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Grossbritannien nach Brexit Schotten fordern «Kompromiss» von London

Regierungschefin Nicola Sturgeon will zusätzliche Befugnisse für Edinburgh. Das Ziel: im EU-Binnenmarkt bleiben.

Das in Edinburgh vorgestellte Grundsatzpapier «Schottlands Platz in Europa» soll Wege aufzeigen.
Legende: Regierungschefin Nicola Sturgeon stellt das Grundsatzpapier «Schottlands Platz in Europa» vor. Reuters

Das Wichtigste in Kürze

Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon von der Schottischen Nationalpartei SNP hat in Edinburgh ihre Pläne vorgelegt, wie Schottland auch nach dem Brexit Mitglied des EU-Binnenmarktes und der Zollunion bleiben kann. Sturgeon sprach von einem «Kompromiss für London».

Die Vorschläge und Argumente:

  • Das Regionalparlament in Edinburgh soll mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet werden, um schottische Interessen zu schützen.
  • Der Verbleib im Binnenmarkt ist die beste Option für Schottland und ganz Grossbritannien.
  • Der Binnenmarkt garantiert die Freiheit des Warenverkehrs, der Arbeitskräfte, der Dienstleistungen und des Kapital- und Zahlungsverkehrs.
  • Ein «harter Brexit», also ein britischer Ausstieg aus der EU ohne grosse Kompromisse, würde Schottlands Wirtschaft hart treffen, Arbeitsplätze kosten und den Lebensstandard verschlechtern.

Regierungschefin Sturgeon betonte, dass die Vorschläge als «Kompromiss für die Regierung in London» gedacht seien. Sie hoffe und erwarte, dass die Regierung des Vereinigten Königreichs die Vorschläge in Betracht ziehe.

Ich hoffe, dass London die gleiche Flexibilität und Kompromissbereitschaft zeigt.
Autor: Nicola SturgeonRegierungschefin von Schottland

Die britische Premierministerin Theresa May will die Vorschläge zwar wohlwollend prüfen, aber sie wird mit Brüssel den EU-Austritt für das gesamte Vereinigte Königreich verhandeln – also auch für Schottland. May stellt sich am Nachmittag den Fragen eines Parlamentsausschusses zum Brexit.

51,9 Prozent der Briten hatte beim Referendum im Juni für den Austritt aus der EU gestimmt. In Schottland waren jedoch 62 Prozent gegen den Brexit.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Nicola Sturgeon Regierungschefin von Schottland will offensichtlich in der EU bleiben. Nur die EU dürfte wohl nicht so recht glücklich werden mit einem weiteren Empfängerland und sich da eher reservierter halten müssen.
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  • Kommentar von HP Korn (HaPeChe)
    Schottland möchte im Binnenmarks verbleiben und weiterhin in der EU die Freiheit des Warenverkehrs, der Arbeitskräfte, der Dienstleistungen und des Kapital- und Zahlungsverkehrs haben. Alle 4 Freiheiten also, auch die PFZ, obwohl genau die Ablehnung dieser PFZ in ganz GB zum BREXIT führte. Für ganz GB wäre daher ein Austritt aus der EU und ein Beitritt zum EWR keine Option, für Schottland aber schon. Dann müsste es aber selbständig werden.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr HP Korn, wenn die EU nun damit einen "Rosenkrieg via Schottland" (teile & herrsche) veranstalten sollte, wäre der Eklat perfekt. So man will, also nur wenn man wirklich konstruktiv will, findet sich auch eine wirklich akzeptable Lösung ohne einen Rosenkrieg zu veranstalten.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Nicht dabei sein bedeutet neben weniger Pflichten weniger Rechte und Vorteile. So ist es mit jeder Gemeinschaft. Sei es ganz klein im Privaten bis zu internationalen Gemeinschaften. UK und seine Vorgänger sind selbstständig viele Epochen relativ erfolgreich gewesen. Es verfügt traditionell global über gute Kontakte. Ausserdem stehen in der EU einige grosse Veränderungen an. Manchmal ist ein riskanter Entscheid im nachhinein schlussendlich positiv. Jede Veränderung birgt Risiken.
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    1. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Die Briten scheinen aber zu vergessen , das die Zeit nicht still steht . UK ist keine Kolonialmacht mehr .
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Nicht nur die Briten, auch die Europäer selber haben vergessen, dass sie nicht mehr der Nabel der "grossen weiten Welt" sein können und andere Länder gewissermassen "moralisch kolonialisieren" dürfen. - Gerade die EU sollte sich da ganz besonders vorsehen Herr Meier. Da braut sich was zusammen, das sie nicht mehr unter Kontrolle bringen können.
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    3. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Herr Haller , wie wärs , wenn Sie beim Thema bleiben würden ? Oder geht es , wie üblich um reines EU- bashing ?
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    4. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Meier, es hat hier auch Engländer und Schotten. Sie alle sind nicht so recht glücklich darüber, dass ihr Empire gelitten hat. Und es ist eben auch so, dass EU-Empire da keinen Ersatz bietet. Und beim Thema sind wir ja. Die EU reklamiert für sich die Vorherrschaft in Europa und will sich auch international bemerkbar machen. NB zB: Warum wohl kurven zur Zeit Tornados in Syrien herum und beteiligen sich an einem "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" ? WARUM ???
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    5. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Meier, es gilt gerade jetzt gut hinzuschauen, was diese EU (hinterrücks) so alles wirklich treibt.
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