Schottischer Regierungschef entscheidet zweites TV-Duell für sich

Zum zweiten und wohl letzten Mal haben die Wortführer für und gegen eine Unabhängigkeit Schottlands die Klingen gekreuzt. Dieses Mal ging der Sieg an den schottischen Premier Salmond, den Befürworter der Loslösung von Grossbritannien.

Alex Salmond (li) und Alistair Darling schütteln sich die Hand nach dem TV-Duell.

Bildlegende: Alex Salmond (l.) und Alistair Darling nach dem harten Duell. Keystone

«Am Donnerstag in drei Wochen können wir die Sache in schottische Hände legen», hat der schottische Premier Alex Salmond ans Fernsehpublikum appelliert. Er ist leidenschaftlicher Befürworter eines selbständigen schottischen Staates.

Vor drei Wochen verlor der scharfzüngige Politiker die erste Debattenrunde gegen den früheren Labour-Finanzminister Alistair Darling. Bei dem Duell vom Montagabend war davon keine Rede. Über 70 Prozent der Zuschauer erklärten Salmond zum Sieger dieses hitzigen, streckenweise verbitterten Streitgesprächs.

Darling ohne neue Argumente

Alistair Darling wirkte im zweiten Duell defensiv und aggressiv zugleich. Aber er stellte überzeugend fest: «Wir müssen diese Inseln nicht spalten, um unsere schottische Identität zu bekräftigen.» Ansonsten krallte Darling sich an die etwas künstliche Unsicherheit über die künftige schottische Währung, was das Publikum hörbar langweilte.

Salmond kritisierte den britischen Sozialabbau und versprach gerechtere Prioritäten in einem unabhängigen Schottland. Sein Debattensieg bedeutet indes nicht automatisch, dass die Befürworter der Unabhängigkeit in den nächsten drei Wochen ihren Rückstand in den Meinungsumfragen aufholen können.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Öl-Reichtum versus Unabhängigkeit in Schottland

    Aus Tagesschau vom 18.8.2014

    In genau einem Monat stimmen die Schotten über eine Unabhängigkeit Schottlands ab. Das „Nein-Lager“ schwingt laut den jüngsten Umfragen obenauf. Ganz entscheidend bei der hitzig geführten Debatte ist die Rohstoff-Industrie im Nordosten des Landes. Da stellt sich die Frage, wie sich Öel-Reichtum und Unabhängigkeit vertragen.

  • TV-Duell über schottische Unabhängigkeit

    Aus Tagesschau vom 6.8.2014

    In sechs Wochen stimmen die Stimmbürger in Schottland über ihre Unabhängigkeit von Grossbritannien ab. Gestern abend begann die heisse Phase des Abstimmungskampfes mit einem TV-Duell, das ziemlich emotional verlief. Und gemäss Umfragen zugunsten der Unabhängigkeitsgegner ausging. Aus London meldet sich live SRF-Grossbritannien-Korrespondent Urs Gredig.

  • Wenn Schottland das Vereinigte Königreich verlasse, verlasse es das Pfund, droht der britische Schatzkanzler Osborne.

    Viel heisse Luft zur schottischen Unabhängigkeit

    Aus Echo der Zeit vom 17.2.2014

    Es dauert zwar noch sieben Monate, bis die schottische Stimmbevölkerung über ihren Verbleib im Vereinigten Königreich abstimmt. Doch die Debatte ist schon jetzt hitzig.

    Martin Alioth