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International Schüsse und Explosionen in Bangkok

Einen Tag vor den Parlamentswahlen in Thailand eskalieren die Zusammenstösse zwischen Demonstranten der Opposition und Anhängern der Regierung. Durch Schüsse und Explosionen wurden mindestens drei Menschen verletzt.

Legende: Video Thailändische Proteste trotz Wahlen abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2014.

In Thailand sind einen Tag vor den Parlamentswahlen die Proteste zwischen Demonstranten der Opposition und Anhängern der thailändischen Regierung eskaliert. Nach mindestens zwei Explosionen und Dutzenden von Gewehrschüssen aus automatischen Waffen wurden in Bangkok drei Menschen verletzt.

Gemäss Agenturberichten wurde eine Person von einem Schuss getroffen. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Vereinzelt wurden Demonstrierende mit Handfeuerwaffen gesehen, die nach der Schussabgabe ihre Waffen zu verstecken suchten. Die Schüsse fielen im Quartier Lak Si im Norden Bangkoks in der Nähe des internationalen Flughafens Bangkok-Don Muang.

Die Zwischenfälle ereigneten sich, als eine Gruppe Regierungsanhänger sich den Oppositionellen näherten, die ein Gebäude blockierten, in dem sich Wahlurnen befinden, die auf die Wahllokale verteilt werden sollten.

Vergeblicher Aufruf zu gewaltlosen Demonstrationen

Oppositionsführer Suthep Thaugsuban hatte am Freitagabend zu gewaltlosen Strassenblockaden aufgerufen. Er gelobte zugleich, die Menschen nicht an der Stimmabgabe zu hindern. «Ich glaube, dass diese Wahl ganz sicher ungültig sein wird», sagte Suthep.

Rund 49 Millionen Menschen sind in Thailand aufgerufen, am Sonntag ihre Volksvertreter zu bestimmen. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra selbst hatte die vorgezogene Parlamentswahl im Dezember ausgerufen, um Massenproteste gegen ihre Regierung zu beenden. Doch die Demonstrationen dauern an, und die führende Oppositionspartei boykottiert die Wahl. Nicht zuletzt deswegen gilt Yinglucks Partei als klare Favoritin.

Armee hält still

Hand über Das einflussreiche Militär, das in Thailand bereits mehrmals geputscht hat, verhält sich in der schon seit November andauernden Krise bislang neutral. Die Armee stürzte einst den Bruder von Yingluck Shinawatra, den ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Kritiker werfen der aktuellen Regierungschefin vor, nur eine Marionette des vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohenen Bruders Thaksin zu sein. Dieser spaltet Thailand seit Jahren: Ärmere Landbewohner treten als seine leidenschaftlichsten Anhänger auf. Dagegen werfen Bangkoks Mittelschicht, die traditionelle Elite sowie Oppositionelle im Süden des Landes der Familie Korruption, Verschwendung von Steuergeldern und Klientelpolitik vor.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Peter J. Ern, Jomtien/Chonburi Thailand
    Ich lebe in Thailand, letzte Woche bin ich in die südöstlichste Grenzregion gereist und es war alles ruhig und die Thais freundlich wie immer. Es gab viele Plakate zu sehen, 75 % für die Regierung. Die Presse ist jetzt ziemlich frei, Die Oposition wollte ihr nicht genehme Fernsehstationen schliessen. Sie wollen einen selbsternannten Volksrat einsetzen und halten sich mit ihren Besetzungen und Demonstrationen nicht an Recht und Gesetz. Keine Opositon in Europa könnte sich so etwas erlauben!
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Gestern hat die Regierung den Reisbauern ihre ausstehenden Reisgelder bezahlt um sie vor den Wahlen zu beruhigen, denn die Regierungsgeschäfte laufen aus dem Ruder seit Yinglock an der Macht ist und ihr Bruder Taksin aus Dubay die Fäden zieht.. Thailand ist verschuldet und die Zahlungen der Exporte versickern in des Säcken der Machthaber. Thailand braucht Reformen um die allgegenwärtige Korruption einzudämmen.
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Ärmere Leute sind Anhänger von der Thaksin-Sippe. Warum? Thaksin kaufte für einige Baht Wáhlerstimmen.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Alber Planta, diese Sache ist weit komplexer, als es hier in den Medien dargestellt wird. Was man hier zu hören kriegt ist nur das, was gegen den Thaksin-Clan spricht, oder sprechen soll. Suthep will an die Macht und es scheint gerade mal so, dass er alle Fäden zieht um an die Macht kommen zu können. - Aendern tut sich aber rein gar nichts und das wissen die Thais selber sehr genau !!!
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Was spricht dann für den Thaksin-Clan? Ich kenne das Thailand der Zeit vor Thaksin und muss sagen, der Hass,Neid, Missgunst brachte dieser Clan ins Land. Wenn denen Thailand am Herzen läge würden sie mindestens versuchen, die grassierende Korruption und Vetternwirtschaft zu vermindern.
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    3. Antwort von E. Brunner, Höchst
      Leider versuchen ALLE Parteien in Thailand Stimmen zu kaufen! Und die Korruption grassierte längst bevor Thaksin ans Ruder kam. Unter Thaksin wurde aber viel für die ärmere Bevölkerung getan, wie z.B. eine Krankenversicherung wie sie Obama gerne für die USA hätte. Die Situation im armen Nordosten hat sich unter Thaksin sehr viel verbessert. Für die Reichen mag das Geldverschwendung gewesen sein - die Ärmeren danken es nun mit Wählerstimmen.
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