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International Schuldenstreit: Aufschub für Athen

Griechenland darf seine vier Raten an den Internationalen Währungsfonds, die im Juni fällig werden, gebündelt zu Monatsende zahlen. Das teilte der IWF mit. Damit kann Athen die am Freitag fällige Zahlung in Höhe von etwa 300 Millionen Euro zunächst aufschieben.

Legende: Video «Griechenland Mühen mit der Rückzahlung» abspielen. Laufzeit 2:52 Minuten.
Vom 05.06.2015.

Athen kann seine vier Raten an den Internationalen Währungsfonds (IWF), die im Juni fällig werden, gebündelt zu Monatsende zahlen. Eine solche Einmalzahlung ist nach den IWF-Regeln seit Ende der 1970er-Jahre erlaubt.

Damit kann Athen die am Freitag fällige Rate in Höhe von etwa 300 Millionen Euro zunächst aufschieben. Bis Ende des Monats muss die griechische Regierung dann allerdings insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf einmal überweisen. Nach einem Bericht der griechischen Nachrichtenagentur will Athen aber bereits am 19. Juni alle in diesem Monat fälligen Raten tilgen.

Kein Treffen am Freitag

Entgegen erster Planungen soll es nun am Freitag in Brüssel doch kein Spitzentreffen auf EU-Ebene zur Lösung der griechischen Finanzkrise geben. Das verlautete aus EU-Kreisen. Die jüngste Entwicklung wie etwa die Bündelung der an den Internationalen Währungsfonds IWF zu zahlenden Raten sei kein gutes Zeichen. Es werde jetzt schwierig, hiess es. Die nächste Möglichkeit eines Spitzentreffens gibt es laut EU-Diplomaten erst nach dem G7-Gipfel, also nächste Woche.

Erste Annäherung...

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatten in der Nacht zum Donnerstag in stundenlangen Verhandlungen eine erste Annäherung erreicht.

Die Gläubiger schlagen laut griechischen Medien nun für das laufende Jahr einen Primärüberschuss (Budgetüberschuss ohne Zinszahlungen) von einem statt drei Prozent vor. Das gäbe Athen mehr Luft im Staatshaushalt, doch Athen reicht das nicht.

...und viele Streitpunkte

Zur Lösung des Schuldenstreits fordern die internationalen Geldgeber von der griechischen Regierung konkrete Einschnitte ins Rentensystem und umfassende Zusagen zur Privatisierung von Staatsbetrieben. Bei einem Spitzentreffen in Brüssel sei Tsipras am Mittwochabend eine fünfseitige Liste mit Massnahmen vorgelegt worden, sagten mit der Sache vertraute Personen.

Einige Forderungen würden die roten Linien überschreiten, die von Athen aufgestellt wurden. Insidern zufolge verlangen der IWF und die Euro-Partner Rentenkürzungen im Umfang von einem Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP). Zudem sollen 800 Millionen Euro durch Einschnitte bei Renten für Geringverdiener eingespart werden.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Es wird immer einen Aufschub für Athen geben - Griechenland darf niemals aus dem Euro und der EU entlassen werden. Das Schreckgespenst EU-Zusammenbruch/Euro-Krise falls ein Land gehen sollte, muss erhalten bleiben, sonst wird das nichts mit den geplanten sozialistischen, zentralistisch regierten Vereinigten Staaten von Europa.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Griechenland soll den IWF zum Teufel jagen. Ernst Wolff: Weltmacht IWF. Chronik eines Raubzugs, empfehlenswerte Lektüre
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    1. Antwort von fredy schoch, 8630 rüti
      @ Frau Lüscher.wow jemand der dieses Buch kennt.Sie würd ich gern mal kennenlernen Frau Lüscher..Erschrekendes Buch,vorallem der Nelson Mandela part...Anmerkung an alle.Der EU ist die Staatsverschuldung der Griechen egal,die EU weiss schon lange das Sie zusammenbricht..Es geht hier um die perversen Derivate(wetten auf Staatsverschuldung..Sorros lässt Grüssen)..wenn man Griechenland sterben lässt kommt die ganze Weltwirtschaft ins wanken..verschuldung ein paar Mia USD.Derivate Trillionen von USD.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wie lange wird dieses Jammerspiel eigentlich noch geduldet, hinausgezögert und immer wieder mit neuen Versprechungen tabuisiert? Es wundert niemand, dass immer mehr Europäer(innen) EU-kritische Parteien wählen! Griechenland (seine korrupte Politik und deren Regierung) ist schon lange bankrott! Glücklicherweise geht es denen, die etwas arbeiten, sich einsetzen im Tourismus oder Wirtschaft, immer noch gut! Griechenland müsste eigentlich jeden "Sozialist" und deren Wähler auch bei uns aufschrecken!
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