Zum Inhalt springen

International Schutzlose Kinder im Jemen

Ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe setzt das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis die Luftangriffe auf den Jemen fort. Seit Ausbruch der Kämpfe wurden bislang Hunderte Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch immer mehr Kinder.

Legende: Video «Die Komplexität des Konfliktes im Jemen» abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.04.2015.

Während die internationale Staatengemeinschaft noch immer um eine Feuerpause ringt, gehen die Kämpfe in Jemen mit unverminderter Härte weiter.

Kampfjets der von Saudi-Arabien angeführten Allianz bombardierten einen Militärstützpunkt im Landesinneren, der unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Miliz ist. Fünf Bomben seien über dem Camp nahe der Stadt Ibb, 160 Kilometer südlich von Sanaa, abgeworfen worden, hiess es in Militärkreisen.

Medienberichten zufolge wurden auch mindestens zwei Schüler einer benachbarten Schule getötet. Drei weitere erlitten Verletzungen, sagten Augenzeugen.

Einige Anwohner behaupteten, dass die Huthi-Rebellen die Schule als Vergeltung dafür beschossen hätten, dass ihr nahes Lager aus der Luft getroffen worden war. Von unabhängiger Seite liess sich keine der Versionen bestätigen.

Schutzlose Kinder

Kinder sind dem Konflikt besonders schutzlos ausgeliefert.Von den mindestens 540 Todesopfern in den letzten Wochen seien nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 74 Kinder. 44 weitere Kinder seien schwer verletzt worden, gab das deutsche Komitee des UNO-Kinderhilfswerks Unicef in Köln bekannt.

«Kinder werden getötet, verletzt, müssen fliehen», zitierte die Mitteilung den Unicef-Leiter im Jemen, Julien Harneis. «Ihre Gesundheit ist in Gefahr, sie können nicht mehr zur Schule gehen. Alle Konfliktparteien müssen den Schutz der Kinder sicherstellen.»

In Aden droht eine humanitäre Katastrophe

Seit Ausbruch der Kämpfe in einem der ärmsten Länder der Welt sind laut Angaben der UNO gegen 100'000 Menschen auf der Flucht. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK warnt vor einer humanitären Katastrophe in der Hafenstadt Aden. Die Stadt sei weitgehend von der Versorgung abgeschnitten, sagte eine IKRK-Sprecherin: «Der Krieg in Aden findet auf jeder Strasse, an jeder Ecke statt, Leichen liegen auf den Strassen herum, niemand traut sich, sie zu bergen».

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, die Lage in Aden verschlechtere sich von Tag zu Tag. Immerhin konnte mittlerweile ein erstes Flugzeug mit medizinischem Personal des IKRK in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa landen.

9 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Saudis sind das Risiko eingegangen in den nächsten Jahren einen Schwelbrand auf der arabischen Halbinsel zu haben. Auch dürfte der Iran nun vorgewarnt sein, dass KSA bereit ist, seine Waffen aus der EU und den USA gegen Schiiten einzusetzen. Die USA positionieren sich auf der Seite der Ölscheichs aus KSA. Die Chinesen sind dabei, 500 Staatsbürger aus Jemen zu evakuieren. Dies könnte durchaus eine Metapher sein, worum es bald gehen könnte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Mir scheint die Rolle von Saudi Arabien und der Türkei suspekt. Scheint Saudi Arabien jedes humanitäre Gefühl zu fehlen, verdanken wir der türkischen Polizei das Über schwemmen mit illegalen Flüchtlingen. Die Schweiz ein Land das bedeutend kleiner als Bayern ist sollte human bleiben aber auch seine Möglichkeiten nicht überschätzen und zuerst einmal die Schützen die Hilfe erst ermöglichen. Die Arbeiter/innen und Steuerzahler/innen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von elize naude, zürich
    auch kinder werden irgendwann erwachsen... mit so ein vergangenheit kann es ja keine besserung der gesellschaf geben... ein teufelskreis nie nie ein ende finden...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen