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Vor Parlamentswahl am 8. Juni Schwachstellen von May und Corbyn gnadenlos ausgelotet

Legende: Audio Corbyn und May im indirekten Schlagabtausch abspielen.
1:54 min, aus HeuteMorgen vom 03.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die britische Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn haben in einem indirekten Schlagabtausch die Klingen gekreuzt.
  • May äusserte sich zu den sinkenden Umfragewerten.
  • Corbyn liess sich in der Fernsehsendung kaum aus der Ruhe bringen.

Die Briten wählen am 8. Juni – am Freitagabend wurden Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn von einem Studiopublikum des Fernsehsenders BBC in die Mangel genommen. Hintereinander. Schwachstellen wurden gnadenlos ausgelotet.

Die Konservative Partei habe das Brexit-Referendum zum Wohl ihrer selbst anberaumt, die Premierministerin halte diese Neuwahl im Interesse ihrer Partei ab – das werde sich als Rohrkrepierer erweisen, so lautete etwa ein aggressiver Einwurf aus dem Publikum.

May konterte den Hinweis auf ihre sinkenden Umfragewerte mit einer Formel: Die einzig relevante Meinungsumfrage sei jene vom 8. Juni, dem nächsten Donnerstag. Sie wurde enorm über ihre Kehrtwende in der Altenpflege bedrängt, aber sie verteidigte sich standhaft.

Der Labour-Chef Jeremy Corbyn geniesst diesen Wahlkampf sichtlich; er lässt sich kaum aus der Ruhe bringen und verteidigte zusätzliche Staatsausgaben. Es sei Zeit, das soziale Gefälle in der Gesellschaft zu beleuchten, denn: Armut sei Verschwendung, sagte er.

Ausgang wird knapper als ursprünglich angenommen

Doch auch Corbyn kam unter Beschuss, namentlich über sein Verständnis für die IRA und Hamas in der Vergangenheit und, intensiv, über seinen Widerwillen, die britischen Nuklearwaffen zu benutzen: Er schloss einen nuklearen Erstschlag kategorisch aus und räumte ein, er wolle nie für den Tod von Millionen verantwortlich sein.

Es war der letzte, wenn auch indirekte Schlagabtausch, zwischen den beiden Politikern, die sich um das Premierministeramt bewerben. Der Ausgang wird knapper als ursprünglich angenommen, aber die Konservativen zählen weiterhin auf einen Sieg.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Die Öffentlichkeitsarbeit der Brexit-Gegnerin May ist einziges Fiasko, mit ihren Lügen macht sie Tony Blair mittlerweile Konkurrenz. The Independent: I've spent the last 18 months criticising Corbyn's every move – but now I'll be voting for him at the general election. Sie hat bis heute nicht begriffen, dass militärische Interventionen und Regime-Change ein Schuss ins eigene Kinie sind. Der Attentäter von Manchester bildete sich mit dem Segen der britischen Regierung in Libyen und Syrien aus.
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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Frieden und Stabilität hatten wir doch einige Jahrzehnte in Europa, bevor die EU 2001 den € eingeführt und in irrsinniger Expansion die Neuen Länder in die EU gelockt und ihre Haushalte indirekt an den E-Kurs gebunden hat. Seitdem gibt es die Einwanderungs- Auswanderungs-Welle in Europa, seitdem werden Massenarbeitslosigkeit in den schwachen Ländern gezüchtet und Überbevölkerung und Ausgeplünderte Kassen in den stärkeren. England will den Brexit,mit Recht. May wird es schaffen, im Namen Europas
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    1. Antwort von Philipp Tällebach (iussi)
      Völlig falsche Auffassung der Geschichte Europas. Haben sie den Krieg in den Balkanstaaten bis in die tiefen 90ieger völlig vergessen? Dazumals hatte man mit einer viel grösseren Menschenmassen zu kämpfen. Dazumals war die Lage mind. so instabil wie heute. Der EU den schwarzen Peter zuschieben ist einfach eine bequeme Lösung.
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    2. Antwort von L. Leuenberger (L.L.)
      Die EU-Elite hat die letzte Chance verpasst,mit dem Brexit die längst nötigen Reformen anzugehen.Der Unmut in der europ. Bevölkerung wird nur noch grösser,weil weder durch die PFZ sich angestauten Probleme gelöst sind, noch dank offene Aussengrenze und Willkommenskultur die enormen Risikofaktoren,wie Terrorimport oder Wirtschaftsmigrat. zu stoppen sind.Die Balkankrise hat 4 Jahre gedauert und hat der CH 80 000 Einwanderer gebracht.Die PFZ bringt im Durchschn. 90 000+50 000 Asylsuchende im Jahr.
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    3. Antwort von Jörg Frey (giogio)
      Seit Magy Thatcher kennt GB die Massenarbeitslosigkeit, die Ausbeutung der Armen und die riesigen Steuergeschenke an die Reichen. Und die gleich glismete Magy May soll dies besser machen? Das soll wohl ein Witz sein. Die Ausbeutung der Armen wird unter Magy May noch schlimmer. Die Brexitfans werden das noch sehr schmerzhaft am eigenen Körper erfahren müssen.
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  • Kommentar von Thomas Meyer (ThomasMeyer)
    Es ist genauso demokratisch, wenn die britischen Wähler Jeremy Corbyn wählen, Herr Rosen. Die Wahlen wurden nicht von Labour durchgezwängt, sondern von Theresa May so kurzfristig angesetzt wie möglich, um den Tories einen möglichst starken Vorteil zu verschaffen. Wenn's für die Tories in die Hose geht, sind sie vielleicht doch nicht so die überwältigend einzigen Vertreter des Volkswillens...
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