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International Schwarze Tage im roten Venezuela

Die Luft wird dünn für Venezuelas Staatschef Maduro. Die Krise im Land verschärft sich, die Opposition bläst zum Sturm. Für heute Samstag sind Grossdemonstrationen angekündigt.

Polizisten stehen Demonstranten gegenüber
Legende: In den vergangenen Tagen prallten Maduro-Gegner und Polizei aufeinander. Grossdemos sind für heute angekündigt. Keystone

Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro hat am Freitag per Dekret den ökonomischen Notstand um 60 Tage verlängert.

Seit Mitte Januar gelten die Massnahmen, mit denen Lebensmittel und andere Güter rationiert werden können. Zugleich will die Regierung wegen der eingebrochenen Einnahmen aus dem Erdölexport verhindern, dass das von der Opposition dominierte Parlament Kürzungen bei Sozialprogrammen durchsetzen kann.

Land steht vor dem Ruin

Anleihen können kaum noch zurückgezahlt werden. Zudem gibt es eine dramatische Stromkrise. Weil das grösste Wasserkraftwerk unter Wassermangel leidet, gab es zuletzt teilweise Zwei-Tage-Wochen im öffentlichen Dienst, Schulen blieben geschlossen.

Maduro drohte auch dem Parlament, den Strom abzustellen, Frauen rief er dazu auf, auf das Föhnen zu verzichten. Es gehe darum, «das Volk sowie die soziale und wirtschaftliche Stabilität des Landes zu schützen», betonte Maduro bei einer Sitzung mit seinen Ministern mit Blick auf die Verlängerung des ökonomischen Notstandes. Dies berichtet das Portal «El Universal».

Grossdemonstrationen am heutigen Samstag

Die Opposition will Maduro per Referendum noch 2016 absetzen lassen und hat dafür in einem ersten Schritt rund 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt. Für heute Samstag sind Grossdemonstrationen der Gegner und der Sozialisten in Caracas angekündigt, befürchtet werden gewaltsame Ausschreitungen.

Auch in den eigenen Reihen ist der glücklose Maduro nicht mehr unumstritten, er hatte 2013 den gestorbenen Hugo Chávez beerbt. Venezuela verfügt über die grössten Erdölreserven der Welt, hat aber nach 16 Jahren sozialistischer Regierung mit der höchsten Inflation der Welt, tiefer Rezession und Misswirtschaft zu kämpfen. Vielerorts prägen lange Schlangen und leere Regale das Bild.

USA zeigen sich erneut «besorgt»

Die USA sind nach Informationen aus dem US-Geheimdienst zunehmend besorgt, dass es in dem lateinamerikanischen Land politisch und wirtschaftlich zum Kollaps kommen könnte.

Geheimdienstmitarbeiter sagten vor Journalisten, sie rechneten damit, dass Maduro nicht bis zum Ende seiner Amtszeit Präsident bleiben wird. Die Opposition drängt den 53-Jährigen schon länger zu Rücktritt.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA sind ohnehin schon angespannt. Anfang März hatten sie einen neuen Tiefpunkt erreicht, als die US-Regierung das Land als Bedrohung eingestuft hatte und gegen ranghohe Beamte Sanktionen verhängte.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Wieder mal ein tolles Beispiel, wohin man mit Sozialismus kommt....
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ob Winterthur oder Venezuela, zu Rot ist nie gut. Ich gehöre ja zu den komplementären, den sowohl als auch, von denen hat es eindeutig zu wenig. Warum haben die Berner so viele Stellen und Winterthur fast kein. Einfach, da ist der Landessitz, nur es hat niemand seine Adresse in Bern der dort arbeitet. Wie auch immer der Schlüssel ist Kreativität, siehe Peru. Und Gastos Küche. https://youtu.be/N7D9AU0ucXk
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  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Die bald 20 jährige Misswirtschaft der Chavistas nimmt ihren Lauf, Stein um Stein viel über die Jahre hinweg, damit wir an dieses tragische Ende gelangen. Die Verstaatlichung ganzer Wirtschaftszweige liess die Produktion im Land ins bodenlose stürzen, die Einnahmen des Landes bestehen fast zu 100% aus Rohöl. Ja, der Ölpreis wird wohl tief gehalten vor allem wegen Russland, aber die wirtschaftliche Abkühlung in den asiatischen Märkten führt auch dazu. Chavez und Maduro haben Venezuela ruiniert.
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