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International Schwarzer wegen zu lauter Musik erschossen: Kein Mord

Der Prozess bewegt die USA: Ein schwarzer Teenager wird erschossen, weil er zu laut Musik hört. Der Schütze aber kommt glimpflich davon.

Michael Dunn vor Gericht in Jacksonville, Florida.
Legende: Michael Dunn reagiert erstaunt auf das Urteil. Keystone

Ein 47-jähriger Weisser schiesst in Florida auf vier schwarze Jugendliche, die in ihrem Auto laute Musik hören. Einer von ihnen stirbt. Handelte der Schütze aus rassistischen Motiven? Der Waffensammler macht Notwehr geltend. Darüber wurde in den USA noch vor dem Prozess heftig diskutiert. Das Urteil dürfte die Diskussion jedoch weiter anheizen.

Ein Geschworenengericht hat Michael Dunn am Samstag wegen dreifachen versuchten Mordes verurteilt. Es konnte sich allerdings nicht darauf einigen, ihn auch wegen eines vollendeten Mordes zu verurteilen. Kommentatoren im US-Fernsehen reagierten zunächst irritiert auf das Urteil. Das Strafmass für Dunn wird erst später verkündet. Er muss laut US-Medien mit bis zu 75 Jahren Haft rechnen.

Ein ähnlicher Fall hatte 2012 eine heftige Debatte über Rassismus in der US-Gesellschaft ausgelöst. George Zimmerman erschoss in Florida den schwarzen Teenager Trayvon Martin und wurde später freigesprochen. In der Folge kam es im ganzen Land zu blutigen Unruhen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Ich war nicht dabei und kann es so nicht beurteilen. Aber das man jemanden erschiesst der "NUR" Laute Musik hört, dass geht sicher nicht. Was sich sonst abgespielt hatte in diesem Fall enzietsich meiner Kenntniss. Wenn wir hier in der Schweiz jeden Velofahrer speziel in Basel und Zürich, die Nachts ohne Licht fahren und über Roteampeln fahren, andere mit ihrer Rücksichtslosen Art erschiessen würde, sollte man dies auch als Notwehr begründen können, oder ist hier jemand anderer Meinung?
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  • Kommentar von Walter Wieser, USA
    Auch dieser Fall wird hier in ein voellig falsches Bild gerueckt. Das Gericht hat auf einen Mord zweiten Grades und 3-fachen Mordversuch entschieden. Wenn man die Umstaende kennt scheint das doch ziemlich gerecht. Das Problem mit all diesen Faellen ist immer dasselbe. Wenn ein weisser einem schwarzen etwas antut ist das rassistisch. Im umgekehrten Fall redet niemand von Rassisimus. Natuerlich wird da gerne eingehakt und sofort das ganze System in Frage gestellt. Kritisieren ist immer einf.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Danke fuer die Info... anhand der Berichte die WIR bekommen ist die Reaktion der Bloger verstaendlich!
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Ist ja nichts neues. Gut 1/3 sind Schwarze, 1/3 sind Latinos und noch etwa 1/3 sind Weisse in den USA. Und zu 4/5 sind Weisse in den nennenswerten Positionen. Defakto ein Apartheids-System.
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