Schweigen ab Freitag die Waffen?

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will bei einem Treffen der Kontaktgruppe einen Friedensplan unterzeichnen und eine Waffenruhe anordnen. Auch die Rebellen signalisieren ihre Bereitschaft zur Waffenruhe.

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Weitere Angriffe in der Ukraine

1:19 min, aus Tagesschau vom 4.9.2014

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hofft auf eine Waffenruhe im umkämpften Osten des Landes ab diesem Freitag. Sollte bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk ein Abkommen für einen Friedensplan unterzeichnet werden, ordne er für die ukrainischen Streitkräfte ab Freitag 13.00 Uhr eine Waffenruhe an.

Das sagte Poroschenko dem Kiewer TV-Sender Kanal 112 am Rande des Nato-Gipfels in Newport (Wales). «Morgen könnte mit der Umsetzung des Friedensplans begonnen werden», betonte der pro-westliche Staatschef. Ein Waffenstillstand sei der «erste Schritt zum Frieden».

Für Beobachter vor Ort ist eine Einschätzung schwierig. SRF Korrespondent Christoph Franzen sagt gegenüber der Tagesschau, bis jetzt sähe es nicht danach aus, als würden sich die Streitparteien am Freitag in eine Waffenruhe begeben.

Auch Rebellen zur Waffenruhe bereit

Auf der Website der pro-russischen Separatisten hiess es, die Regierungschefs der selbsterklärten «Volksrepubliken» von Lugansk und Donezk könnten am Freitag um 15.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 MESZ) eine Waffenruhe anordnen. Vorher müssten die Vertreter der Ukraine aber den am Mittwoch von Russland vorgelegten Friedensplan unterzeichnen.

Der Sieben-Punkte-Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin verlangt das Ende der aktiven Angriffsoperationen der bewaffneten Kräfte, bewaffneten Formationen sowie der Aufständischen in den Gebieten Donezk und Lugansk, einen Rückzug der ukrainischen Armee, die Freilassung aller Gefangener, die Einrichtung humanitärer Korridore und die Entsendung internationaler Beobachter und von Reparaturbrigaden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Nato rüstet sich für eine neue Welt

    Aus Tagesschau vom 4.9.2014

    Die Ukraine-Krise zwingt die Nato ihre Rolle in Europa zu überdenken. Am Gipfel in Wales wollen die Staats- und Regierungschefs einen Aktionsplan beschliessen, um künftig rascher auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Einschätzungen von Urs Gredig aus Wales.

  • Lage in Ukraine bleibt angespannt

    Aus Tagesschau vom 4.9.2014

    Augenzeugen in der Rebellenhochburg Donezk berichten von Granateneinschlägen in der Nacht. Auch südlich der Stadt Donezk, in Petrowka, soll es Tote gegeben haben. Die Separatisten behaupten, sie seien von ukrainischen Truppen beschossen worden - und dies trotz des Waffenstillstands.