Zum Inhalt springen

International Schweiz verstärkt Hilfe in Konfliktregionen

Bei der Bekämpfung der weltweiten Armut hat die Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahren in Konfliktregionen kaum Fortschritte erzielt. Die Schweiz intensiviert deshalb ihr Engagement in Regionen wie dem Horn von Afrika und Ländern wie Afghanistan.

Legende: Video Fortschritte bei den Millenniumszielen abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.04.2013.

In Ländern mit Konflikten sei bislang keines der Entwicklungsziele erreicht worden, auf die sich die internationale Staatengemeinschaft am UNO-Millenniumsgipfel 2000 in New York geeinigt hatte, sagte Michael Gerber von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Bern.

Deshalb erhöhe die Schweiz in den kommenden Jahren ihre Entwicklungsaktivitäten in diesen Regionen. Gerber ist vom Bundesrat zum Sonderbeauftragten für nachhaltige Entwicklung ernannt worden. Zudem erweitert die Schweiz wegen zunehmend globaler Herausforderungen den Wirkungsradius ihrer Entwicklungszusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus.

Schafhirte im Libanon
Legende: Wasser ist in vielen Ländern, wie hier im Libanon, ist dies ein knappes Gut. Keystone

Gerber nannte den Nahen Osten mit den Ländern Irak, Jordanien, Libanon, Syrien und der Türkei als Beispiel. Dort verknüpfe die Schweiz seit vier Jahren erfolgreich die Friedensförderung mit der nachhaltigen Bewirtschaftung grenzüberschreitender Wasservorkommen.

Ferner will die Schweiz die Zusammenarbeit zwischen der Entwicklungshilfe und dem privaten Sektor fördern. Eine funktionierende Partnerschaft sei wichtig für die Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit. Dies zeige sich im Rahmen eines Projekts der Schweiz in Asien, wo Reisbauern mit einer Mikroversicherung gegen Ernteausfälle versichert sind.

Nachhaltige Entwicklung

Weltweit gab es in den 12 Jahren seit der Proklamation der UNO-Millenniumsziele viele Fortschritte, wie Gerber erläuterte. Die Armut, gemessen an einem Einkommen unter 1265 Dollar pro Tag halbierte sich sich verglichen zum Stand von 1990. Heute werden gleich viele Mädchen wie Knaben eingeschult. Und Milliarden Menschen haben seit 2000 Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Es bleibe jedoch noch viel zu tun, um die Millenniumsziele zu erreichen, deren Frist 2015 abläuft, sagte Gerber.

Noch immer leiden fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Die soziale Ungleichheit nahm in fast allen Ländern zu. Für die Zeit nach 2015 soll eine neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda die Richtung vorgeben. Darauf hatte sich die Staatengeneinschaft an der UNO-Konferenz in Rio im Juni 2012 verständigt. Die Schweiz ist laut der DEZA aktiv an der Suche von Entwicklungs- und Nachhaltigkeitszielen beteiligt.

Schweiz auf Rang zehn

Die Schweiz hat 2012 für die öffentliche Entwicklungshilfe 2833 Millionen Franken aufgewendet. Dies entspricht einer Zunahme von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im internationalen Vergleich belegte die Schweiz 2012 mit einem Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe von 0,45 Prozent am Bruttonationaleinkommen den zehnten Rang unter den 24 Mitgliedsländern des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Weltweit sanken nach Angaben der OECD die öffentlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit 2012 inflationsbereinigt um 4 Prozent. Schon 2011 lagen sie 2 Prozent unter jenen vom Vorjahr. In vielen Ländern führten die Sparbemühungen im Rahmen der Finanz- und Eurokrise zu gekürzten Ausgaben für Entwicklungsländer.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Ich sehe das so: Wenn wir dann im eigenen Land dringend Hilfe brauchen, sind vermutlich alle Schweizer im Ausland irgendwo am Helfen....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Schweiz würde besser das Sicherheitspersonal aufstocken, welches die Asylanten bewacht, statt Millionen in die Konfliktgebiete zu buttern. Wir haben ein Anrecht darauf . Die Asyslsuchenden sollten nicht frei herumlaufen dürfen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Naja, meine Entgegnung klingt vielleicht etwas naiv: Aber wenn es den Leuten in ihrer Heimat besser geht, kommen sie auch weniger nach Europa. Immerhin ist Europa auch auf Kosten von heute armen Ländern reich geworden. In diesem Punkt haben die ehemaligen Kolonialländer allerdings ein ausgeprägteres Bewusstsein als wir in der Schweiz.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Bolder: Die ehem. Kolonien sind seit den frühen 60er Jahren des Letzten Jahrhunderts selbständig. D.h. länger als sie teilw. Kolonien waren. Wir können diese "Entschuldigung" auch noch in weiteren 60 Jahren in die Welt setzen, ich glaube aber, dass die Länder nun langsam anfangen sollten die Aermel hochzukrempeln, wie es in Asien in Singapore, Malaysia, Korea (nach 2 verherenden Kriegen, China, Taiwan etc. geschehen ist. Die Frage warum schafft es Asien u. Afrika steht im Raum.......
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von jc.heusser, erstfeld
      Da bin ich mit Ihnen einig M.Bolder in Muhen. Vor Ort Hilfe leisten ist sicher die beste Lösung, nur das Problem ist das die meisten Behörden und Verantwortlichen in diesen Ländern "korrupt" sind. Es braucht dringend Personal welches sicherstellt, dass wirklich nur den armen und notleidenden Menschen geholfen wird ! ! !
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Viele afrikanischen Kulturen unterscheiden sich sehr von unserer Kultur. Das nachkoloniale Afrika hat an vielen Orten den Schritt hin zu modernen Staaten nicht oder nur unvollständig geschafft (aus europäischer Sicht). Leider herrscht vielerorts die Korruption vor. Sicher keine idealen Bedingungen für Entwicklung. An einigen Orten läuft inzwischen aber ein vielversprechendes System von Direktkrediten an Einzelpersonen an. Dieses Geld scheint mir nachhaltig investiert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Corsini, Nordpangaea
    Nachrichten 2015: Die Mehrheit aller UNO-Mitgliedstaaten hat ihr Ziel erreicht, eine weiterführung des Projekts wurde allerdings noch nicht diskutiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen