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Klage wegen Blockade Schweizer Kanzlei soll Katar vertreten

Ali ben Smaikh Al-Marri
Legende: Ali ben Smaikh Al-Marri erklärt bei einer Medienkonferenz, dass sein Land Klage einreichen werde. Keystone
  • Der Kleinstaat Katar greift im Streit mit seinen Nachbarstaaten auf die Hilfe von Schweizer Anwälten zurück.
  • Das Emirat will Entschädigungen für Schäden geltend machen, die durch die Wirtschaftsblockade entstehen.

Ali ben Smaikh Al-Marri, der Vorsitzende des Nationalen UNO-Menschenrechtskomitees in Katar (NHRC), sagte, dass sein Land rechtliche Schritte gegen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain einleiten würde.

Katar wolle die rechtlichen Schritte mit den von den Sanktionen Betroffenen koordinieren, sagte Al-Marri. Die drei benachbarten Golfstaaten sollten die Betroffenen entschädigen. Der Streit solle vor Gerichte in den drei Golfstaaten und anderen Gerichten mit internationaler Zuständigkeit in Europa gebracht werden, sagte Al-Marri.

Vorwurf, Extremisten zu unterstützen

Der Name der entsprechenden Schweizer Anwaltskanzlei wurde vorerst nicht bekannt. Al-Marri erklärte, dieser solle bald öffentlich gemacht werden.

Am 5. Juni brachen die drei Golfstaaten und Ägypten die diplomatischen Beziehungen mit Doha ab und verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Katar. Sie werfen dem Emirat vor, Extremisten zu unterstützen.

Die Gegner Katars fordern eine Einstellung dieser Hilfe, die Schliessung des Fernsehsenders Al-Dschasira, die Reduzierung der Zusammenarbeit mit Iran – dem wichtigsten Rivalen Saudi-Arabiens in der Region – und die Schliessung des türkischen Militärstützpunkts im Land.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Ruckstuhl (Roland Ruckstuhl)
    Das wirkliche Ziel ist es Al Dschasira zu schliessen. Dieser Sender ist den Potentaten unangenehm, da es mit ihrer freien Berichterstattung die Lügen der Herrschenden aufdeckt und es eine Meinungsvielfalt im Nahen Osten gibt.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "und die Schliessung des türkischen Militärstützpunkts in dem Land" R. Erdogan versucht seinen Einfluss zu vergrössern und KSA das Wasser abzugraben. Hier geht es nicht um eine Auferstehung des Osmanischen Reiches das den damals Beherrschten viele Freiheiten einräumte, sondern darum zu bestimmen wer künftig den Ton in der Region angeben soll. Die Türkei, der Iran und KSA sind die Mächte die hier das grösste Interesse haben. Ob sie sich einig werden können, bleibt zu bezweifeln.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Nur ein Punkt, der nicht übersehen werden darf: Israel wird sich neutral verhalten. Doch wenn es mit in Konflikt gezogen werden sollte, dann wehe den Gegnern die gegen Israel ins Feld ziehen. Der Iran und die Türkei stellen sich hinter Katar. Sollte KSA nicht begreifen was das heisst, dann sind sie verloren.
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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Und das Ganze läuft unter dem Titel "freie Marktwirtschaft".
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