Schwierige Aufräumarbeiten im philippinischen Touristenparadies

Über 150 Tote, fast 300 Verletzte, 12'600 Obdachlose. Das sind die Zahlen nach dem Erdbeben auf den Philippinen. Retter suchen weiter nach Überlebenden. Es war das folgenschwerste Erdbeben seit 23 Jahren in der Region.

Nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen sind die Aufräumarbeiten in der Zentralregion der Inseln Cebu und Bohol in vollem Gange. Retter haben am Mittwoch weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. Nach Angaben der Behörde für Katastrophenschutz kamen mindestens 150 Menschen ums Leben, die meisten davon nahe des Epizentrums auf der Insel Bohol.

Etwa 300 Menschen wurden nach diesen Angaben verletzt. 2,8 Millionen Menschen seien von dem Erdbeben betroffen, 12'600 verbrachten die Nacht in Notunterkünften, bei Bekannten oder unter freiem Himmel.

Die Schäden waren erheblich: Zahlreiche Häuser sowie mehrere historische Kirchen wurden schwer beschädigt, riesige Felsbrocken krachten auf Strassen und lösten Erdrutsche aus, Brücken wurden unpassierbar und Dächer und Mauern stürzten ein, berichtete die Katastrophenbehörde vor Ort. Zudem brach in Bohol sowie in Teilen Cebus die Stromversorgung zusammen.

Es sei schwierig für Retter, alle Ortschaften zu erreichen, teilten die Behörden mit. Erdrutsche haben einige Strassen verschüttet, anderswo versperren riesige Felsbrocken den Weg, die sich bei dem Erdbeben gelöst haben.

Das Beben der Stärke 7,2 erschütterte die Inseln 640 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Das Vulkaninstitut registrierte bis Mittwochmorgen mehr als 800 Nachbeben. Zwölf seien spürbar gewesen.

Die Zentral-Visayas-Region gehört zu den beliebtesten Touristenzielen auf den Philippinen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres reisten 2,8 Millionen ausländische Besucher auf die Philippinen.

Bewegte Geschichte

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. In der Region reiben drei verschiedene Erdplatten aneinander. Erdbeben sind häufig. Das folgenschwerste Beben der jüngeren Zeit ereignete sich 1976 im Süden des Landes. Es hatte die Stärke 7,6 und forderte 7000 Menschenleben. Beim gleichstarkesn Beben 1990 in Luzon im Norden starben 2400 Menschen.