Schwieriger Versöhnungsprozess wegen Gaza-Flottille

Der Tod türkischer Aktivisten auf der Mavi Marmara belastet noch immer die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei. Streitpunkt sind Entschädigungszahlungen für die Opfer der israelischen Intervention.

Passagierschiff Mavi Marmara im Mai 2010.

Bildlegende: Die Ereignisse um die Mavi Marmara sorgen noch immer für Spannungen. Reuters

Vor bald zwei Jahren stürmten israelische Soldaten eine Gaza-Flottille im Mittelmeer. Der mit Hilfsgütern beladene Schiffskonvoi war unterwegs Richtung Gazastreifen. Eine israelische Kommandoaktion stoppte die Solidaritätsflotte. Bei der Intervention auf der Mavi Marmara wurden neun türkische Aktivisten getötet. Seither herrscht zwischen der Türkei und Israel diplomatische Eiszeit.

Bemühungen, die Beziehungen wieder zu verbessern, werden auf beiden Seiten in Angriff genommen. So hatte sich Israels Premier Benjamin Netanjahu am letzten Freitag für den Tod der Aktivisten entschuldigt.

Dialog zwischen Jerusalem und Ankara

Streitpunkt ist nicht nur die Seeblockade des Gazastreifens, sondern auch die Entschädigungszahlungen für die Opfer.

Offenbar fordert die Regierung in Ankara die Zahlung von einer Million Dollar. Israel wolle aber nur 100'000 Dollar je Opfer zahlen, berichten israelische Medien.

Zudem sollen beide Länder vereinbart haben, ein gemeinsames Komitee für Verhandlungen über die Höhe der Entschädigungszahlungen zu bilden. Israels Justizministerin Zipi Livni sei deshalb in den vergangenen Tagen bereits in Kontakt mit dem türkischen Aussenminister Ahmet Davutoglu gewesen.