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Rettungsmission im Mittelmeer Sea-Eye will Einsatz vor libyscher Küste wieder aufnehmen

  • Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye nimmt die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer wieder auf – nach einem Monat Unterbrechung.
  • Sie begründeten dies mit Drohungen libyscher Behörden gegen ihre Schiffe.
  • Wie Sea-Eye mitteilt, erfolgt der Einsatz nun in einem Bereich von 70 bis 90 Seemeilen vor der libyschen Küste, um die Crew nicht zu gefährden.

Die Organisation hatte ihre Mission vor rund einem Monat ausgesetzt, nachdem die libysche Küstenwache eine Sperrzone vor der eigenen Küste angekündigt und Hilfsorganisationen gedroht hatte. Auch andere Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Save the Children setzten ihre Rettungsmissionen deshalb aus.

Zudem war das Klima gegen die Helfer rauer geworden, als die italienische Regierung einen Verhaltenskodex für die Retter eingeführt hatte. Gegen die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet ermittelt die Staatsanwaltschaft in Sizilien wegen möglicher Kontakte zu Schleppern. Die Zahl der ankommenden Migranten in Italien ist seit etwa Mitte Juli drastisch gesunken.

Legende: Video Immer mehr NGOs stellen Rettungsaktionen ein abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.08.2017.

Es würden jedoch weiter Menschen auf dem Meer ertrinken, erklärt Sea-Eye. So hätten Anfang September Gerettete berichtet, dass mit ihnen zwei vollbesetzte Schlauchboote in See gestochen seien. «Von diesen Booten und den Menschen fehlt bis heute jede Spur. Wir müssen davon ausgehen, dass sie ertrunken sind.» Und weiter: «Wir sind es den Menschen in Not schuldig, vor Ort zu bleiben und zu retten, wann immer es nötig ist.»

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68 Kommentare

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  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Bondo 2017: Rettungsmannschaften suchen mit grossem Aufwand sechs Wanderer im Felssturzgebiet. Finden alle gut. Europa 2017: Sea Eye will die Rettung von Immigranten im MIttelmeer wieder aufnehmen. Finden viele schlecht. Sind Wanderer "mehr Mensch" als Immigranten? Rechtfertigt die Sorge um unseren Wohlstand die Aufgabe der Menschlichkeit? Könnten Sie diese Haltung unterschreiben: Wie können nicht alle aufnehmen und trotzdem unseren Respekt vor jedem menschlichen Leben bewahren?
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    1. Antwort von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
      Bondo 2017: Zuständige Behörden warnen ordnugsgemäss vor der Begehung des Gebietes. Sechs Wanderer, die das Risiko bewusst eingehen werden dennoch mit allen Mitteln zu retten versucht. Europa 2017: Sea Eye ermutigt Migrationswillige zur lebensgefährlichen Fahrt im Gummiboot aufs offene Meer. Im Wissen um das Risiko, dass viele davon nicht würden gerettet werden können.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @K. T.: Das sind schon zwei Paar Schuhe! Die Sea Eye verkauft falsche Hoffnungen an Menschen, welche hier in Europa auf ein besseres Leben hoffen, kümmern sich aber hinterher, haben sie diese in Europa "abgeladen" nicht mehr drum, ob die Hoffnungen erfüllt werden, oder sie eben unerfüllt bleiben werden. Wer gegen diesen falschen Aktionismus ist, hat deswegen nicht weniger Respekt vor menschlichem Leben. Im Gegenteil wünscht man sich für diese Menschen, dass sie Perspektiven in der Heimat finden.
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Das blosse Wünschen nach besseren Perspektiven ist zu wenig. Wenn man in Afrika Verbesserungen erreichen will, dann müssten die meisten Systeme total umgekrempelt werden und es müsste Länderübergreifend eine strikte Geburtenkontrolle eingeführt werden. Leider gibt es keine Anzeichen hierfür. Deshalb nochmals: Man darf den ausreisewilligen Afrikaner auf keinen Fall das Gefühl geben, sie könnten sich in Europa eine neue Zukunft aufbauen. Es spricht einfach zu vieles dagegen.
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  • Kommentar von Steff Stemmer (Steff)
    Wie gross muss der Frust sein, dass man, egal bei welchem Thema, egal in welcher Region, immer auf den Schwächsten und den Ärmsten rumhackt? Es sind immer die Selben die hier Herscher über Leben und Tod spielen wollen in den Kommentaren. Es sind ja nicht einmal konstruktive Lösungsansätze dabei, jeder Rappen für Asylhilfe, Sozialwesen, Flüchtlinge, Entwicklungshilfe oder Hilfe vor Ort ist zuviel. Dabei werden wir von den Banken/Versicherungen täglich abgezockt! Was für ein Trauerspiel!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Es kommen eben leider nicht nur die Schwächsten & Ärmsten, sondern eben mit ihnen auch solche, welche auf den Schwächsten & Ärmsten herum hacken. In diesen Booten sitzen eben nicht nur Verfolgte, sondern auch Verfolger & eben nicht nur unschuldige brave Lämmer. Und mit diesen "Rettungsaktionen" holt man eben unkontrolliert alle nach Europa. Das sind Fakten, welche sich nicht einfach ausblenden lassen.
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    2. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      @Waeden, Ihren Hinweis nehme ich Ihnen nicht ab. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass egal in welchem System bei welchen Regeln, es immer 1-2-3% gibt die diese ausnutzen? Sie sind also einverstanden, dass 97% der echten Flüchtlinge ertrinken? Und von wegen Asyltaxis, die NGO-Seeretter sind erst nach all den schrecklichen Berichten der italienischen Seepolizei über unzählige Ertrunkene, in See gestochen. Wettern Sie doch mal gegen die, die unser Steuersystem ausnutzen, fehlt Ihnen dazu der Mut?
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @S. S.: Ziemlich sicher sind es viel mehr als nur 1-2-3 %, die das ausnützen. Aber gilt nicht für alle Menschen auf dieser Welt:"Jeder muss die Verantwortung für sich selbst übernehmen & mit den Entscheidungen leben, die er trifft?" Die Menschen, wie gefährlich solche Überfahrten sind & trotzdem wagen sie es. Und durch diese Rettungen werden es eben immer noch mehr, welche es wagen wollen. Persönlich nenne diesen Aktionimus grob fahrlässig.
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    4. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      Herr Waeden, richtig man muss die Verantwortung über sein Tun übernehmen! Und wann bitte übernimmt der Westen die Verantwortung für Kolonialisierung, Ausbeutung, Plünderung, Unterdrückung, Willkur und nach der Kolonialisierung die Unterstützung von Schreckensherrschaften, damit das Volk unterdrückt wird und der Westen weiter an die 'Schätze' der Länder kommen? Wann, wann wird sich das ändern? Wenn nicht, werden die Verlierer dieses Spieles immer in eine 'bessere' Welt fliehen wollen!
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    5. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @S. S.: Nur war die Schweiz nie Kolonisierungsmacht & trotzdem wollen viele dieser Menschen auch hierher kommen. Und persönlich finde es nicht richtig, wenn "Kinder für die Sünden ihrer Väter büssen müssen." Und nicht von der Hand zu weisen ist, dass grad auch wir Schweizer sehr viel an Entwicklungshilfe in diese Länder zahlen.
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    6. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      Herr Waeden, Sie drehen sich m.E. im Kreis? Wie war das gerade vor Kurzem mit dem Gold aus Eritrea, waren das unsere Eltern? Wir profitieren von unseren 'Vergehen', wollen wir immer die selben Fehler begehen? Legen Sie sich nicht einfach ihre eigene Wahrheit zurecht? Die Schweiz hat und profitiert massiv von den Ungerechtigkeiten der westlichen Welt. Was die Gelder der Entwicklungshilfe angeht, dazu hatte ich mich bereits geäussert, es ist ein nichts im Vergleich zu unserem BNE (0.54%).
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die EU zahlt viel Geld an Libyen für die Küstenwache um Flüchtlinge von der Überfahrt nach Italien zu hindern. Sea-Eye und andere Organisationen sollten anstatt immer Meeresrettungen betreiben, das Geld (auch Seerettung kostet viel Geld) investieren und die Flüchtlinge aus den Lagern holen und ihnen vorübergehende, menschenwürdige Unterbringung besorgen und Hilfe leisten, dass alle dort Gestrandeten zurück in ihre Heimat können. Somit können sie auch Gutes tun.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Falls es Ihnen entgangen ist: Libyen ist nicht ein funktionierender Staat mit entsprechender Rechtssicherheit. Die Schweiz und viele andere Länder haben nicht einmal Botschaftspersonal da aus Sicherheitsbedenken. Die "Küstenwache" sind Milizen mit Booten und manche Küstenregionen werden durch den IS beherrscht. Wie soll da ein Hilfswerk arbeiten gehen? Ein Pseudovorschlag mehr zu Beruhigung des schlechten Gewissens, dass man Menschen zu Hunderten ertrinken lässt.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      In diesen Lagern müsste Amnesty International Kontrollen durchführen und menschenwürdige Unterkünfte und Behandlung fordern. Oder die EU für die enormen Kosten, auch Beobachtungsposten einrichten. Die Menschen müssen mit einer gewissen Unterstützung zurück in ihre Heimatländer können, wenn es keine Kriegsländer sind. Private Organisationen wie die Sea-Eye haben da keinen Zutritt. Wollen sie auch gar nicht.
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    3. Antwort von Serena Gnabry (SerenaG)
      "Ein Pseudovorschlag mehr zu Beruhigung des schlechten Gewissens, dass man Menschen zu Hunderten ertrinken lässt." Und jetzt sind schon hier die an ertrinkenden Menschen Schuld welche eine andere Meinung haben? Die Hauptschuld an ertrinkenden Menschen sind die Schlepperbanden. Welche genau wegen diesen Schiffen Leute zu dieser Gefahr überreden können. Es wird Zeit die Schlepperbanden zu bekämpfen. Das sind für mich die Kriminellen
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    4. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      @Gnabry, die Hauptschuld liegt bei den Industrienationen die das Geld nehmen von Diktaturen, Feudalsystemen, Autokraten, Cleptokraten und anderen Schreckensherrscher, ungeachtet der Verhältnisse und Menschenrechte in den Ländern. Wir nehmen das Geld, Gold, Diamanten, Erdöl, Erdgas, uvm. Aber wir nehmen keine Flüchtlinge und schon gar keine Verantwortung für unser tun. Aber aus der sicheren Entfernung in der warmen Stube im Sofa, ist es leicht Angst vorzutäuschen vor den Verzweifelten der Welt!
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    5. Antwort von Serena Gnabry (SerenaG)
      Herr Stemmer. Im ganzen gesehen mag dies genau so stimmen. Und klar sind die Hauptschuldigen etwa die welche zb. Krieg führen oder für die Unterdrückung sorgen. Aber das diese armen Menschen sich diese Gefahr aussetzen und und es leider auch zu ertrinken führt, dafür sind die Schlepperbanden verantwortlich welche nur den schnellen profit sehen und natürlich diese Schiffe welche den Schlepperbanden Argumente liefern. Im Gegenteil gar noch, wer in Seenot gerät erhält erst recht Asyl. Ist FATAL
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