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International «Sehr komplizierte Fragestellungen»

Während die Zahl der Toten im Gazastreifen steigt, treffen sich Spitzenpolitiker verschiedener Länder am Gesprächstisch. Doch es sind verschiedene Tische – wer spricht eigentlich mit wem?

Legende: Video Neuer Versuch einer diplomatischen Lösung im Nahost-Konflikt abspielen. Laufzeit 4:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.07.2014.

Während die Zahl der Toten im Gaza steigt, treffen sich Spitzenpolitiker verschiedener Länder am Gesprächstisch. Dabei soll zumindest eine Feuerpause erreicht werden – im besten Fall hofft man auf eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten. Vergangene Woche war ein Waffenstillstands-Vorschlag von ägyptischer Seite geplatzt. Doch wer spricht in dieser neuen Runde mit wem?

Legende: Video Pascal Weber über die Lage abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.07.2014.

US-Aussenminister John Kerry ist am Montag nach Ägypten gereist. Er war es gewesen, der sich vor dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Israel und Palästina im April für einen Friedensplan stark gemacht hatte. Dienstagfrüh hatte er seinen ägyptischen Amtskollegen Sameh Shukri sowie den palästinensischen Nachrichtendienst-Chef Majid Faraj, der der gemässigteren Fatah angehört, getroffen. Er hoffe, «nicht nur eine Feuerpause zu erreichen, sondern einen Weg zu finden, mit den darunterliegenden Fragestellungen umzugehen». Diese seien aber «sehr kompliziert». SRF-Korrespondent Pascal Weber sagt, dass grosse Problem sei, das sich die Türkei und Hamas nicht über den Weg trauen.

Nicht nur Feuerpause, sondern auch Friedensplan

Shukri hingegen zeigte sich etwas optimistischer. Er wolle sowohl mit der USA wie auch mit Spitzenvertretern anderer Länder daran arbeiten, dass «nicht nur dieses Problem gelöst» werde, sondern «auch der Friedensprozess wieder angestossen» werde.

Es ist nicht klar, was genau auf der Bedingungsliste sowohl der Hamas wie auch Israel steht, damit eine Waffenruhe erreicht werden kann. Nach Angaben von hohen Vertretern des US-Aussenministeriums werde jedoch die mögliche Öffnung von Grenzposten zwischen Gaza und sowohl Israel wie auch Ägypten diskutiert.

Humanitäre Hilfe aus den USA

Noch gäbe es keine geplanten persönlichen Gespräche mit Vertretern aus Katar, der Türkei, Israel und Ramallah. Doch US-Aussenminister Kerry wird zumindest vom ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, empfangen.

John Kerry und Nabil Elaraby
Legende: US-Aussenminister John Kerry mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, in Kairo. Reuters

Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon traf Kerry am Vorabend. Letzterer hatte dabei erklärt, die USA werde 47 Millionen US-Dollar humanitäre Hilfe für die Zehntausenden Palästinenser bereitstellen, welche im Gazastreifen aus ihren Häusern flüchten mussten. Ban sprach davor mit Journalisten und machte klar: «Die Gewalt muss aufhören – und sie muss jetzt aufhören.»

Abbas lotet mit Hamas Möglichkeiten aus

Derweil erörterten Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, welcher der Fatah angehört, und der Führer der Hamas-Exilorganisation, Chaled Maschaal, in der katarischen Hauptstadt Doha die Möglichkeiten für einen Waffenstillstand.

Laut palästinensischen Führungskräften gäbe es gewisse Fortschritte. Sie wiesen aber darauf hin, dass wohl weiterhin eine Einigung zwischen Israel und der Hamas nicht in Reichweite sei. Noch sprächen auch Ägypten und die Hamas direkt miteinander. Doch die Beziehungen sind seit der Machtübernahme des ägyptischen Präsidenten al-Sisi und seinem scharfen Vorgehen gegen die ägyptische, mit der Hamas verbandelte Muslimbrüderschaft erkaltet.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Kerry +Obama +viele andere glauben, dass es sich bei der realen Welt um eine Glaubensgemeinschaft handelt. In den Himmel kommt man aber erst später, da können die beiden vielleicht mitreden. Wir müssen schauen, dass wir entweder mit dem "Schlechten" kooperieren oder wenn es uns nicht passt, das vermeintlich "Schlechte" sein lassen.Die Gegenseite empfindet uns auch als "schlecht", also haben beide Seiten recht. Der religiöse Spruch, dass man Böses mit Gutem vergelten soll, stimmt auf Erden nicht.
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  • Kommentar von U. Fröhlich, Herisau
    Terrorchef Haniyeh betonte in einer aufgezeichneten Fernsehrede erneut: Einen Waffenstillstand wird es nicht geben, wenn Israel nicht vor den Forderungen der Terroristen kapituliert. Und die beinhalten alles, was Israel unternehmen kann, um sich vor den arabischen Mördern zu schützen – im Gegenteil, es soll den Mördern den Job erst ermöglichen und sich als Opfer gefälligst willig zur Verfügung stellen...
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  • Kommentar von U.Fröhlich, Herisau
    na ja, die 47 Mio. sollen nicht an die Regierung im Gazastreifen gegeben werden, nur an Vertrauenspersonen, die wirlich den notbetroffenen Familien helfen....ob das wohl klappt?...Sonst sind wir nach 6 Jahren wieder gleichweit, Terrortunnels gebaut aus sogenannten humanitären Hilfsgeldern, Raketen - Abschussrampen, noch mehr palästinensische Millionäre. Von Herzen wünsche ich für die Palis ein Umsturz in der Regierung. Dass die Erziehung zum Hass ersetzt wird durch Wertschätzung und Liebe.
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