Seitenwechsel: «Peitschen-Peer» wird Bankberater

Der schärfste Kritiker der Schweizer Banken zieht nun selbst in ein Geldhaus ein: Peer Steinbrück arbeitet künftig für die grösste deutsche Direktbank ING-Diba. Erst vor einer Woche hat sich der ehemalige SPD-Finanzminister aus dem Bundestag verabschiedet.

Peer Steinbrück wird künftig als Berater für die Bank ING-DiBa tätig sein. Dies gab der ehemalige SPD-Finanzminister und Kanzlerkandidat der Wochenzeitung «Die Zeit» bekannt.

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Auszug aus der Abschiedsrede Steinbrücks im Bundestag

1:40 min, vom 5.10.2016

Der 69-Jährige hatte vor einer Woche seinen Abschied aus dem Bundestag gegeben. Steinbrück war mit den Banken mehrfach hart ins Gericht gegangen. Er stehe zu der Kritik, sagte der SPD-Politiker der Zeitung. Doch zum einen habe die heutige Tochter der niederländischen ING eine lange sozialdemokratische Tradition, zum anderen sei sie in keine «der in Rede stehenden Verfehlungen und Manipulationen verwickelt gewesen», begründet Steinbrück seinen Entscheid.

In seine Zeit als Finanzminister fiel die Finanzkrise 2008, in der die Bundesregierung mehrere Banken wie die Hypo Real Estate und die Commerzbank mit Milliarden gerettet hatte. Die ING-DiBa ist die grösste deutsche Direktbank.