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International Selbstmordanschlag in Luxor vereitelt

Mit Sprengstoff bewaffnete Attentäter wollten in den berühmten Karnak-Tempel in Luxor vordringen. Einer der Angreifer sprengte sich offenbar unmittelbar vor der Anlage in die Luft, ein zweiter wurde von den ägyptischen Sicherheitskräften getötet. Touristen kamen nicht zu Schaden.

Bewaffnete Sicherheitskräfte und Ambulanzen.
Legende: Sicherheitskräfte sperren den Tourismusmagnet nach dem Selbstmordanschlag ab. Keystone

In der Nähe des weltberühmten Karnak-Tempels bei Luxor haben ägyptische Sicherheitskräfte einen Selbstmordanschlag vereitelt.

Nach Angaben des Innenministeriums hatten insgesamt drei Angreifer mit Schusswaffen und Sprengstoff versucht, eine Sicherheitsabsperrung des Tempels zu durchbrechen. In der Anlage hielten sich zu dem Zeitpunkt einige Gruppen ägyptischer und ausländischer Touristen auf.

Legende: Video Attentat vereitelt abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.06.2015.

Mehrere Souvenir-Verkäufer verwundet

Einer der Attentäter habe sich dann auf dem Vorplatz des Tempels in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit. Es kam zu einer Schiesserei mit den Sicherheitskräften: Dabei sei ein zweiter Täter getötet und ein dritter verletzt worden. Auch ein Angestellter des Tempels wurde demnach verwundet. Ein Polizist wurde beim Einsatz verletzt.
Touristen kamen dem Ministerium zufolge nicht zu Schaden. Allerdings wurden laut Sicherheitsbehörden auch mehrere Souvenir-Verkäufer verwundet. Zum Hintergrund der Tat gab es zunächst keine Informationen. Die Behörden arbeiteten daran, die Identität der Attentäter und ihre Beweggründe ausfindig zu machen, hiess es.

Auf Parkplatz Bombe gezündet

Ein örtlicher Mitarbeiter des Antikenministeriums sagte, einer der Angreifer habe rund 500 Meter vor dem Tempel auf einem Parkplatz eine Bombe gezündet, die er bei sich getragen habe. Die Besucher des Tempels wurden nach Angaben des Mitarbeiters zu ihrem Schutz in der weitläufigen Tempelanlage zurückgehalten.

Karte von Ägypten mit Luxor.
Legende: Der Karnak-Tempel liegt 2,5 Kilometer nördlich von Luxor am Nilufer. SRF

Erst vergangene Woche hatten in der Nähe der weltberühmten Pyramiden von Gizeh bei Kairo Männer von einem Motorrad aus zwei Angehörige der Sicherheitskräfte erschossen.

Tempelanlage als Touristenmagnet

Die grösste ägyptische Tempelanlage im oberägyptischen Karnak nordöstlich von Luxor ist ein Touristenmagnet und gilt als Unesco-Weltkulturerbe. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen für das Land.

1997 war Luxor Schauplatz eines schweren Anschlags, als die Terror-Organisation «Gamaa Islamija» vor dem Totentempel der Pharaonin Hatschepsut 62 Menschen erschossen. Unter ihnen waren 36 Schweizer Touristen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Irans Präsident H. Rohani betonte einst vor der UN, Terrorismus sei das Ergebnis von Armut, Diskriminierung, Demütigung und Ungerechtigkeit. H. Rohani gibt damit ein typisches Beispiel einer im Orient weitverbreiteten Haltung der Schuldzuweisung. Die Verantwortung für hausgemachte Probleme der islamischen Welt weist Rohani anderen, dem Westen zu.
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    1. Antwort von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
      2) Zum einen muss man damit an der eigenen Haltung nichts ändern, insbesondere muss man bedenkliche Inhalte des Koran nicht kritisch hinterfragen, was als Folge die Gefahr einer Relativierung und Historisierung von Teilen der islamischen Quellen bergen könnte. Zum anderen weist er der islamischen Welt die priviligierte Stellung des Opfers zu, das eine Gegenleistung für vermeintlich erlittenes Unrecht einfordern kann.
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    2. Antwort von C. Szabo, Thal
      Rohani hat nicht Unrecht. Vermutlich hat er sich bei den Ursachen aber weder regional noch zeitlich festgelegt. Terrorismus oder allgemeiner gefasst Widerstand gegen grobe Unterdrückung ist etwas Natürliches. Es gibt echten Widerstand und fingierten Terrorismus (Gladio etc.) der gerne zur politischen Verunglimpfung von Gegnern angewandt wird. Viele Unrechtsstaaten bezeichnen Gegner gerne als Terroristen. Eine simple Sichtweise, die leider allzu oft verfängt.
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    3. Antwort von Felix Steiger, Meilen
      da hat Rohani recht....es gibt in eben diesen Ländern eine superreiche Oberschicht und der Rest ist Mausearm! Da könne wir wohl kaum etwas ändern!
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