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Anschlagsserie im Irak Selbstmordattentäter reissen Dutzende Menschen in den Tod

Legende: Video IS reklamiert Anschlag auf Schiiten für sich abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Selbstmordanschlag in Bagdad fordert mehr als 30 Tote.
  • Die meisten Opfer sind Tagelöhner, die in Sadr-City auf Arbeit warteten.
  • Zur Tat bekannte sich der IS, der immer wieder solche Anschläge verübt, die sich gegen Schiiten richten.
  • Auch in der Nähe von Bagdader Spitälern explodierten Autobomben.
  • In der Stadt Samarra wurden mindestens sieben Polizisten getötet

Bei der Explosion einer Autobombe in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Behördenangaben mindestens 35 Menschen getötet worden. Der Anschlag ereignete sich auf einem belebten Platz im Stadtteil Sadr-City, wo viele Schiiten leben. Polizeikreisen zufolge wurden auch 62 Menschen verletzt. Bei vielen Opfern handet es sich um Tagelöhner, die an einer Kreuzung in Sadr-City auf Arbeit warteten.

Trauernde Frauen nach dem Anschlag in Sadr-City.
Legende: Trauernde Frauen nach dem Anschlag in Sadr-City. Reuters

Zudem explodierten nach Angaben des Innenministeriums im Zentrum und im Osten Bagdads zwei Autobomben in der Nähe von Spitälern. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Im Stadtteil Al-Schaab töteten drei Sprengsätze insgesamt vier Menschen.

Bei einem Angriff von Extremisten auf zwei Polizeiwachen in der zentralirakischen Stadt Samarra wurden laut Sicherheitskreisen mindestens sieben Beamte getötet. Die Angreifer hätten Sprengstoffwesten getragen, hiess es in den Kreisen. Über die Stadt sei eine Ausgangssperre verhängt worden.

IS reklamiert Anschläge für sich

Zu den Anschlägen in Bagdad bekannte sich der IS. Die sunnitischen Fanatiker verüben im Irak immer wieder Anschläge, die sich gegen Schiiten richten. Die Extremisten wollen die Spannungen zwischen der Mehrheit der Schiiten und den Sunniten im Land weiter vergrössern. Erst am Samstag waren bei einer Anschlagsserie 29 Menschen getötet worden.

Niederlage in Mossul könnte Ende des IS sein

Der IS steht unter Druck, weil die irakische Armee mit internationaler Hilfe versucht, die Hochburg Mossul einzunehmen. Dort leisten die Dschihadisten erbitterten Widerstand. Eine Niederlage in Mossul könnte das Ende des dort vom IS 2014 ausgerufenen Kalifats bedeuten.

Allerdings dürfte der IS weiter in der Lage sein, Anschläge in der Region und im Westen zu begehen. Am Montag bekannte sich die Gruppe zu einem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub, bei dem mindestens 39 Menschen getötet wurden.

Legende: Video «IS will Westen zu Eingreifen in Syrien und Irak animieren» abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.01.2017.

Hollande im Irak

Der französische Staatspräsident François Hollande ist zu einem Besuch in Bagdad eingetroffen. Frankreich unterstützt im Irak den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Auf dem Programm stehen Treffen mit Regierungschef Haidar al-Abadi und Präsident Fuad Massum. Hollande will auch französische Soldaten würdigen.

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