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International Separatisten und Kiew beginnen mit Gefangenenaustausch

150 ukrainische Soldaten gegen 225 Separatisten: Der Gefangenenaustausch in der Ukraine hat begonnen. Von einem Friedensplan sind die Ukraine und die Separatisten aber weit entfernt. Das Treffen vom Freitag wurde abgesagt.

Legende: Video «Gefangenenaustausch Ukraine» abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.12.2014.

Die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine und die Regierung in Kiew haben mit einem Gefangenenaustausch begonnen, wie dies bei den Friedensgesprächen vereinbart wurde. Jede Seite übergab zunächst 30 Gefangene, wie ein Korrespondent der Agentur AFP in der Region Donezk berichtete. Insgesamt sollen 222 Separatisten gegen 150 ukrainische Soldaten getauscht werden.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko empfing die ersten 145 freigelassenen Soldaten auf einem Militärflugplatz. «Als Präsident und als Bürger ist mein Herz voller Freude, dass Sie wie versprochen an Neujahr ihre Familien und Kampfgefährten treffen können», sagte Poroschenko. Insgesamt rund 370 Menschen wurden freigelassen.

Gespräche festgefahren

Dagegen droht der Friedensprozess nach einer ersten Verhandlungsrunde schon wieder zum Stillstand zu kommen. Die für Freitag, Stephanstag, geplanten Gespräche wurden abgesagt. Neben der ukrainischen Regierung und den Separatisten sind in der sogenannten Kontaktgruppe auch Russland und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vertreten.

Die Konfliktparteien machten sich gegenseitig für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. Beide Seiten warfen sich mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Von ukrainischer Seite gab es indes noch Hoffnung: Nach weiteren Vorgesprächen könnten sich die Konfliktparteien doch wieder an den Tisch setzen, sagte ein hohes Delegationsmitglied der Agentur AFP. Dafür gab es aber von den anderen Mitgliedern der Kontaktgruppe keine Bestätigung.

Burkhalter ruft zum Handeln auf

Der amtierende OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter rief die Konfliktparteien in der Ostukraine auf, die Friedensgespräche in Minsk ohne weitere Verzögerung fortzusetzen. Er begrüsse den Gefangenenaustausch zwischen der Regierung in Kiew und den pro-russischen Separatisten, heisst es in einer Mitteilung OSZE.

Nebst dem Gefangenenaustausch müsse man nun aber auch in weiteren Punkten vorankommen – etwa bei der humanitären Hilfe in den betroffenen Gebieten, bei wirtschaftlichen Fragen und bei der Einhaltung der Waffenruhe, so Burkhalter weiter.

41 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Es Würden 140 Ukrainische Soldaten für 223 Meistenz Zivilisten getauscht. ANR hat nicht rechtzeitig 10 Soldaten gebracht (5 sind gekommen nach Austausch schon beendet würde) und 5 Soldaten haben sich geweigert ausgetauscht zu werden. Ihnen würde versprochen ein Unterkunft und vielleicht ein Job in Donbass gefunden zu werden. Für 2 Zivilisten die bei Austausch fehlten, hat ukrainische Seite keine Erklärung gegeben.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Habt ihr jetzt plötzlich alle eine USA-Paranoia? Wohl schlecht Weihnachten gefeiert? Bisher hat sich erst ein Einziger (A. Josi) anders geäussert, alles andere ist ein neuer Meinungs-Einheitsbrei. Mal nüchtern, Leute: Glaubt ihr wirklich, dass ein grosser europäischer Krieg nicht auch Aufwirkungen auf die USA hätte? Schaut einmal zurück: Auch in den beiden vorherigen Weltkriegen gab es dort eine Kriegswirtschaft, der sich alle unterzuordnen hatten. Nur wenige haben davon profitiert.
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    1. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @Juha Stump: Von USA-Paranoia bin ich weit entfernt, wie auch etliche hier die das Kind beim Namen nennen. Die Motivation der meisten ist Frieden, soweit ich dies überblicken kann. Ihre Feststellung, dass nur wenige in den USA profitierten von den vergangenen Weltkriegen ist richtig und sollte sie zum weiterdenken anregen. Da waren auch noch ein paar andere Konflikte, von denen vereinfacht gesagt, auch nur jene wirklich davon profitierten, welche mit Waffen, Oel und Pflästerli handelten.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Aber es haben diejenigen profitiert, die davon profitierten wollten. Ist doch bei jedem Krieg so, oder nicht? Wer profitiert in Amerika, wenn es einen neuen Krieg in Europa gäbe? Die Wirtschaft & der Dollar. Durch die Krise in der Ukraine erlebt Amerika schon jetzt einen wirtschaftlichen Aufschwung wie seit Jahren nicht mehr. Und bitte J. Stump, bleiben Sie sachlich & beschränken sich aufs Thema ohne andere Blogger zu beleidigen. Können Sie das?.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Leider hier nicht erwähnt, dass die Regierung in Kiew die Gespräche für gestern geplant kurzfristig absagte. Und dass Amerika ihr Militärdoktrin schon 2001 neu gefasst haben. Es nur ein logischer Schritt ist, dass Russland/Putin jetzt nachzieht. (Berichterstattung auf ZDF) An die Adresse der Regierung in Kiew & Amerika: Wir wollen keinen neuen Krieg in Europa! Spielt eure Kriegsspiele in euren Stuben mit Bleisoldaten, aber lasst die Menschen in Frieden leben!
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