Serbien will Kosovo-Plan nachverhandeln

Der von der EU vermittelte Plan zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien kann noch nicht in Kraft treten. Serbien will nachverhandeln. Pristina segnete den Plan bereits ab.

Demonstrierende und Banner.

Bildlegende: Die Beziehungen zwischen Serbien und Kosovo sind nicht nur seit der Unabhängigkeitserklärung von 2008 angespannt. Reuters

Serbien wird nicht wie geplant grünes Licht für einen von der EU vermittelten Plan geben. Mit dem Abkommen soll die Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo erreicht werden. Stattdessen will die serbische Regierung nachverhandeln. Das kündigte der stellvertretende Regierungschef Aleksandar Vucic in Belgrad an.

Demnach muss erst sichergestellt werden, dass die Kosovo-Serben weiter serbische Personalpapiere besitzen und die serbische Staatsangehörigkeit behalten dürften. Ausserdem soll die serbische Universität in Mitrovica weiter ihre bisherigen Stempel nutzen können.

Belgrad hatte versprochen, bis zum Wochenende schriftlich seine Zustimmung zum Umsetzungsabkommen nach Brüssel zu schicken. Das hatte Serbien der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton am Mittwoch in Brüssel zugesagt.

Zuvor hatten sich die Regierungschefs Serbiens und des Kosovos, Ivica Dacic und Hashim Thaci, auf den Plan mit strikten Zeitvorgaben geeinigt. Damit sollen die Kosovo-Serben Autonomie erhalten, müssen sich im Gegenzug aber in den Kosovo-Staatsverband integrieren. Das lehnen sie strikt ab. Die Kosovo-Regierung hatte den Plan am Vortag abgesegnet.