Serbiens Premier mit Steinen von Gedenkfeier verjagt

Bei der Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Srebrenica-Massakers ist es zu einem Eklat gekommen: Eine Gruppe wütender Menschen hat Serbiens Premier Aleksandar Vucic angegriffen und mit Steinen und Schuhen beworfen. Vucic hat wurde leicht verletzt. Er hat Srebrenica verlassen.

Aufgebrachte Demonstranten verjagen den serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic in Srebrenica. (twitter.com/@Corriereit)

Bildlegende: Der 45-Jährige Vucic war in einer Geste der Versöhnung nach Srebrenica gereist. twitter.com/@Corriereit

Der serbische Regierungschef Alexander Vucic ist bei der Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Srebrenica-Völkermordes angegriffen und am Kopf verletzt worden.

Der Politiker und seine Delegation wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Leibwächter versuchten Vucic zu schützten, andere Delegationsmitglieder rannten zu ihren Fahrzeugen.

Eine Sprecherin von Vucic bestätigte, der Premier sei von einem Stein im Gesicht getroffen und leicht verletzt worden. Zudem sei seine Brille dabei kaputt gegangen. Vucic hat Srebrenica verlassen.

Vor 20 Jahren waren in Srebrenica über 8000 muslimisch-bosnische Männer und Buben ermordet worden. Am Gedenktag trauern in dem ostbosnischen Ort Zehntausende.

Serbien wehrt sich gegen Bezeichnung Völkermord

Vergangene Woche hatte Russland auf Drängen Serbiens eine UNO-Resolution verhindert, in der die Leugnung des Massakers von Srebrenica als Völkermord verurteilt werden sollte. Viele Serben lehnen die von den Vereinten Nationen verwendete Bezeichnung ab und bestreiten auch die Zahl der Todesopfer sowie die
Darstellung der Ereignisse.

Der Besuch des Serben Vucic am Gedenktag sollte symbolisieren, wie gut sich die Beziehungen in der Region seither entwickelt hätten.