US-Justizminister sagt aus Sessions nennt Vorwürfe eine «abscheuliche Lüge»

Der US-Justizminister bestreitet vor dem Geheimdienstausschuss des Senats jegliche Absprachen mit Russland während des Wahlkampfes.

Video «Anhörung Jeff Sessions (unkomm.)» abspielen

Anhörung Jeff Sessions (unkomm.)

0:58 min, vom 13.6.2017

  • US-Justizminister Jeff Sessions hat jedwede Verwicklung in eine russische Beeinflussung der US-Wahl 2016 rundweg zurückgewiesen.
  • Die Vorstellung, dass er etwas mit solchen geheimen Absprachen zu tun habe, sei «eine entsetzliche und abscheuliche Lüge», sagte Sessions unter Eid in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Sessions erschien vor demselben Gremium, vor dem am vergangenen Donnerstag der frühere FBI-Chef James Comey ausgesagt hatte. US-Präsident Donald Trump hatte Comey am 9. Mai entlassen. Sessions hatte die Demission befürwortet. Später hatte Trump sie mit den Russland-Ermittlungen des FBI begründet – dies warf Fragen auf.

«  Die Menschen in diesem Land erwarten eine ehrliche und transparente Regierung und das ist es, was wir ihnen geben. »

Jeff Sessions
US-Justizminister vor dem Geheimdienstausschuss

In der Russland-Affäre geht es um die Frage, ob es bei der Präsidentenwahl 2016 eine russische Einflussnahme zugunsten Trumps gab. Comey hatte erklärt, die Öffentlichkeit wisse längst nicht alles über Sessions Russland-Kontakte.

Der US-Justizminister sagte, seine zwei Treffen mit Vertretern Russlands, die er in einer früheren Anhörung zunächst verschwiegen hatte, seien in jeder Hinsicht angemessen gewesen.

Sessions, einer der wichtigsten Wahlkampfhelfer von US-Präsident Donald Trump, hatte im Bestätigungsverfahren für den Ministerposten im Januar seine Treffen mit Russlands Botschafter Sergej Kisljak verschwiegen und erst im März zwei Begegnungen zugegeben.

«  Ich hatte niemals Gespräche oder Treffen mit Vertretern Russlands, bei dem es um irgendeine Art einer Beeinflussung des Wahlkampfs oder der Wahl in den Vereinigten Staaten gegangen wäre. »

Jeff Sessions
US-Justizminister vor dem Geheimdienstausschuss

«Ich hatte niemals Gespräche oder Treffen mit Vertretern Russlands, bei dem es um irgendeine Art einer Beeinflussung des Wahlkampfs oder der Wahl in den Vereinigten Staaten gegangen wäre, ausserdem weiss ich nichts über jedwede Unterredungen von irgendwem, der mit Donald Trumps Wahlkampfteam verbunden wäre», sagte Sessions.

Auf die Frage, ob er glaube, dass Russland die Wahl 2016 beeinflusst habe, sagte Sessions: «Sieht so aus». Hinterfragt habe er dies aber nicht.

Zu einem möglichen dritten Treffen mit Kisljak, über das Comey in nichtöffentlicher Sitzung berichtet haben soll, sagte er: Das könne vielleicht sein, aber er erinnere sich nicht daran. «Ich weiss nichts über diese Russland-Ermittlungen und ich weiss nichts über das hinaus, was öffentlich bekannt ist», sagte Sessions. «Ich lese das nicht einmal.»

Der US-Justizminister sagte, er habe Vertrauen in den FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser war nach Comeys Entlassung eingesetzt worden. Er soll die Russland-Ermittlungen weiterführen und auch Comeys Entlassung untersuchen. Zuletzt hatte es aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump geheissen, der Präsident denke darüber nach, Mueller seiner Aufgabe zu entheben.

Sessions bestätigte Comeys Angaben, wonach Trump ihn am Ende eines Meetings gebeten habe, wie alle anderen auch das Oval Office zu verlassen, damit der Präsident alleine mit dem FBI-Direktor reden könne.

Unklarheit über Trumps Aufnahmen

Sessions sagte, er habe Comey nach dessen Treffen mit Trump darauf hingewiesen, dass Unterredungen zwischen FBI und dem Weissem Haus stets regelbasiert und sehr sorgfältig sein müssten. Comey hatte ausgesagt, dass Sessions nicht reagiert habe, als er ihn als seinen direkten Vorgesetzten gebeten habe, mit dem Präsidenten nicht mehr alleine reden zu wollen, weil er sich unter Druck gefühlt habe.

Sessions sagte, er halte es nicht für problematisch, wenn der Präsident direkt mit dem FBI-Chef rede. Es dürfe dabei nur nicht um laufende Ermittlungen gehen.

Über seine Unterredungen mit Trump sagte der frühere republikanische Senator aus Alabama, diese seien vertraulich. Er sei von Trump aber niemals zu irgendwelchen illegalen Handlungen aufgefordert worden. Er könne nicht sagen, ob Trump Gespräche im Weissen Haus aufnehme.

Sessions sagte, er habe sich aus den Ermittlungen einer russischen Wahlbeeinflussung aus formalen Gründen zurückgezogen. Es habe keinerlei anderen Grund gegeben. Er habe sich damit aber nicht aus der Verteidigung seiner Ehre gegen falsche Anschuldigungen zurückgezogen.

Er habe sich sowohl während des Wahlkampfs als auch während des Auswahlprozesses zum Minister und dann als Justizminister stets an höchste Standards gehalten.

Die Reaktion von Trump

Trumps Pressesprecherin sagt, der Präsident sei erfreut über die Aussage von US-Justizminister Jeff Sessions vor dem Kongress.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Aussage gegen Aussage

    Aus Tagesschau vom 10.6.2017

    Unter Eid hatte der ehemalige FBI-Direktor James Comey am Donnerstag über die Affäre um mögliche Russland-Kontakte ausgesagt. Nun wird möglicherweise auch US-Präsident Trump aussagen.