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Sex-Gesetz in Schweden Oberstes Gericht verurteilt Mann wegen Vergewaltigung

  • In Schweden hat das Oberste Gericht erstmals ein Urteil auf Grundlage des Einwilligungs-Gesetzes gefällt.
  • Das Gericht verurteilte einen 27-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten – unter anderem wegen sogenannter «unachtsamer Vergewaltigung».

Das Gesetz, das vor einem Jahr in Kraft trat, verlangt, dass beide Partner explizit und klar erkennbar dem Geschlechtsverkehr zustimmen müssen.

Alles andere wird als Vergewaltigung gewertet – auch wenn sich der Partner oder die Partnerin nicht körperlich wehrt – oder Nein sagt. Passivität soll damit nicht als stilles Einverständnis interpretiert werden können.

Bereits sechs Personen verurteilt

Die Vorinstanz hatte den Mann zunächst wegen Vergewaltigung zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Nach Angaben schwedischer Medien wurden wegen des neuen Strafbestandes der unachtsamen Vergewaltigung bislang sechs Personen von niedrigeren Instanzen verurteilt.

Das Strafmass für unachtsame Vergewaltigung legte das Gericht auf acht Monate fest. Der Mann wurde darüber hinaus wie bereits von der Vorinstanz wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen und sexueller Belästigung verurteilt.

In dem konkreten Fall übernachtete der Mann bei einer Frau, mit der er zuvor seit längerem über soziale Netzwerke Kontakt gehabt hatte. Die Frau hatte zugestimmt, dass er bei ihr über Nacht blieb, soll aber auch klargemacht haben, dass sie keinen Sex mit ihm wolle – dennoch führte er in der Nacht laut Gericht seine Finger in ihren Unterleib ein. Die Frau nahm dies passiv hin und stimmte nicht ausdrücklich zu.

Täter und Opfer lagen im selben Bett

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sexuelle Handlungen durchgeführt habe, ohne dass die Frau freiwillig daran teilgenommen habe. Am Urteil ändere auch die Tatsache nichts, dass sich die beiden darüber einig gewesen seien, im selben Bett zu liegen und dass sie nur noch Unterwäsche angehabt hätten. Der Mann habe zwar nicht vorsätzlich, dafür aber grob fahrlässig gehandelt.

In Schweden wird seit der Einführung des Gesetzes diskutiert, was als verbale oder nonverbale Zustimmung gilt. Die schwedische Regierung hatte das neue Gesetz nach der #MeToo-Debatte 2017 vorangetrieben.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    SC: 'Viele Männer'? Woher wissen Sie das, aus eigener Erfahrung, oder weil Mann klischeehaft halt so dargestellt wird? Und warum sollte Frau, die ja im modernen Leben gleichgestellt ist (sein will), nicht nein sagen können, sich nicht wehren können? Bin überzeugt, die allerwenigsten Männer setzen Gewalt ein, wenn sie zurückgewiesen werden, mir persönlich ist das eine absolut fremde Vorstellung, eine Frau zu bedrängen. Die einzige Lösung ist, wieder vermehrt Respekt einander gegenüber zu lernen.
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    1. Antwort von Scarlet C  (ScarletC)
      Mit "viele" meine ich nicht die Mehrheit. Dieses Gesetz richtet sich ja auch nicht an empathische Männer wie Sie, die auf eine Frau eingehen - sondern an die, die es eben nicht tun.
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  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Eigentlich müsste nun jeweils eine neutrale 3. Person bei der Zustimmung anwesend sein, um dies später bezeugen zu können. Missbrauch zu bekämpfen ist wichtig aber dieses Gesetz und seine Auslegung mutet etwas seltsam an.
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    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Immer ein Notar am Bettrand mit dabei, möglichst mit Videokamera alles dokumentieren, nur zur Sicherheit, selbstverständlich... dann kann nix schiefgehn...
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  • Kommentar von Sandra Schäfer  (the,evil,shepherdess)
    Die Ignoranz und das Unverständnis, welche aus der Mehrheit der hier geposteten Kommentare sprechen, machen sehr deutlich, warum es solche Gesetze braucht und warum diese eben nicht unsinnig sind. Die Schuld dem Opfer zuzuschieben, Naivität oder Unachtsamkeit als ursächlich zu bezeichnen, legitimiert genau das Verhalten, das in Schweden nun glücklicherweise bestraft wird. Und man gewinnt den Eindruck, das ein solches Gesetz auch in der Schweiz von Nöten wäre.
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    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Sorry, aber Schuld zuschieben kann nun jede/r, der/die vor einer Berührung keinen schriftlichen Vertrag aufgesetzt hat. Und mit Vertrag ist dann jede Gewaltanwendung legitimiert, da vertraglich abgesichert? Menschheit krieg dich wieder ein! Auf der einen Seite haben Kids freien Zugang zu jeglicher Art von Pornografie - auf der anderen Seite diese neue Art von Prüderie - die Menschheit hat echt einen Zacken ab. Nein, ich legitimiere Gewalt im Bett in keinster Weise - aber das ist der falsche Weg.
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    2. Antwort von Claire McQueen  (freedom)
      @Schäfer: Gott schütze die CH vor solchen Gesetzen. Aber endlich sollten die Richter echte Vergewaltiger mit der härtesten Strafe bestrafen und ihre Samthandschuhe wegwerfen!
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