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«Shutdown» konkret «Entfernt Eure Burritos aus den Kühlschränken»

Auszug aus dem Mail an die Angestellten.
Legende: Verhaltenstipps für den «Shutdown»: Mail des leitenden Wissenschaftlers an seine Angestellten. SRF

Auch am Sonntag wurden in den USA Regierung und Verwaltung weiter heruntergefahren. In der Nacht auf Samstag wurde zum ersten Mal seit 2013 wieder der Verwaltungsstillstand («Shutdown») ausgelöst.

Doch was bedeutet das konkret für betroffene Beschäftigte? Ein Mail aus dem US-Landwirtschaftsdepartement zeigt, wie sich ein US-Staatsbetrieb auf den «Shutdown» vorbereitet. Das SRF News vorliegende E-Mail ging an die Angestellten einer Fakultät einer staatlichen Universität, die unter anderem einen experimentellen Bauernhof betreibt.

«Handys müssen abgestellt werden»

Der leitende Wissenschaftler schreibt an seine Mitarbeitenden des Agricultural Research Service (ARS): «Bundesangestellte haben bereits Anweisungen per Mail erhalten. Falls Ihr Fragen dazu habt, könnt Ihr mich oder unser Sekretariat kontaktieren».

Und er fährt fort: «Ich möchte ein paar Punkte hervorheben:

  • Es ist nicht vorüber, bis es vorbei ist. Der Kongress hat bis Mitternacht (an der Ostküste) Zeit, die Finanzierung zu verabschieden, schaut euch also die News an.
  • Falls der Staat stillgelegt wird, sollen sich Bundesangestellte am Montag für etwa drei Stunden zur Arbeit melden, zum Zweck eines «geordneten Shutdowns». Entfernt Eure halb verspiesenen Burritos aus den Kühlschränken, fahrt die Computer herunter, macht Sicherheitskopien Eurer Daten etc. Das Gebäude wird nach wie vor mit Elektrizität versorgt werden, aber wir wissen nicht, wie lange wir wegbleiben.
  • Nach Montagmittag sollen Bundesangestellte nicht mehr zur Arbeit kommen, bis sie erfahren, dass ein Gesetz verabschiedet wurde, oder bis sie anderweitig instruiert werden via Privat-Mails.
  • Bundesangestellte sollten kein Material der Bundesbehörde mehr benützen, Laptops, Mobiltelefone und Fahrzeuge eingeschlossen. Handys müssen abgestellt werden.
  • Der Gebrauch des Mailkontos des ARS, falls es überhaupt noch funktioniert, ist nicht zu empfehlen. Ihr könntet aber am Montagmorgen eine automatische Benachrichtigung einrichten.
  • Es wird bei den Angestellten ganz wenige Ausnahmen geben (die z.B. weiterarbeiten), unter anderen ich R. und D., J. und F. auf dem Bauernhof. Diese vier sind vom «Shutdown» ausgeschlossen, damit sie sich um das Wohlergehen der Tiere kümmern können.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Lest das Buch, das Ihr schon immer lesen wolltet.»

Um die Haushaltssperre doch noch aufzulösen, hat der amerikanische Senat eine weitere Abstimmung angesetzt. Sie soll am frühen Montagmorgen unserer Zeit stattfinden. Kommt auch dann keine Einigung über ein Übergangsbudget zustande, wird es am ersten Arbeitstag der neuen Woche wirklich ernst mit dem «Shutdown».

Nur das absolut Notwendige funktioniert noch

Während des letzten «Shutdowns» im Jahr 2013 wurden 850‘000 Bundesangestellte freigestellt. 1,3 Millionen arbeiteten weiter, aber ohne Lohn. Das Gesetz schreibt vor, dass sogenannte essentielle Dienste offen bleiben. Das sind etwa das Militär oder die Post.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Hat es schon unter Obama, dem "Betriebsheiligen" der Politiker auch beinahe gegeben... Und die EU ist eigentlich auch Zahlungsunfähig wenn sie nicht dauernd Geld drucken und ihre Defizite ausweiten würde. So ein Shutdown ist doch im Grunde genommen einfach ehrliche Politik. Ende Geld ist Ende Geld!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Trump strebt das selber an, er will sämtliche Bürokraten in die Wüste schicken. Er zeigte den ganzen Berg von Verordnungen der seit 1965 angewachsen ist - an 2 realen Papierstapeln . Sein Ziel - diesen Haufen um das 20fache zu reduzieren. Hut ab vor diesem Schritt - wie nötig das bei uns auch wäre sieht man an dem Gewurstel der unerledigten Dinge - die monatelang von Links nach Rechts geschoben werden und wieder zurück. Der Büezer bezahlt den ganzen Zirkus den man gar nicht mehr durschauen kann.
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  • Kommentar von Markus Gasser (Markus Gasser)
    Es schadet doch nichts, wenn die Bundesangestellten mal zum Denken oder Meditieren kommen. Zudem haben die Menschen Zeit sich zu überlegen, warum es soweit kommen konnte, warum sie z.B. Trump gewählt haben. Oft laufen auch die Betriebe besser wenn manche Leute abwesend sind. Ein bisschen Musse, Denkpause ist gut gegen den Stress der Beamten ("hat jemand gelacht ?").
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