Sicherheitsrat verurteilt Machtübernahme in Zentralafrika

Versinkt das Land im Chaos? Nach der Einnahme der Hauptstadt haben die Rebellen nun auch die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Offiziell wollen sie aber an Neuwahlen festhalten. UNO und Afrikanische Union sind jedoch skeptisch und haben erste Sanktionen getroffen.

Nach dem Umsturz in der Zentralafrikanischen Republik setzt Rebellenführer Michel Djotodia die Verfassung ausser Kraft. «Während der Übergangsphase, die uns zu freien, glaubwürdigen und transparenten Wahlen führen wird, werde ich per Verordnungen Gesetze erlassen», sagte er. Djotodia betonte, er werde den Friedensvertrag von Libreville vom Januar respektieren.

In der darin geplanten Übergangsphase von drei Jahren bis zu den Wahlen wolle er «den Frieden und die Sicherheit wiederherstellen, die Sicherheitskräfte und die Armee neu organisieren». Zudem wolle er die Entwaffnung von Kämpfern fortsetzen.

Weltweite Kritik an Machtübernahme

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Machtübernahme verurteilt. Man werde die Entwicklung in dem Land weiter genau verfolgen und gegebenenfalls weitere Schritte überlegen, hiess es in einer Erklärung.

Nach UNO-Angaben gab es in Bangui am Montag erneut Plünderungen. Ein UNO-Sprecher sagte, Büros und Unterkünfte von Mitarbeitern seien ebenfalls geplündert worden.

Das Vorgehen der Séléka-Rebellen stiess international auf Kritik. Die Afrikanische Union (AU) setzte die Mitgliedschaft Zentralafrikas aus. Gegen sieben Séléka-Vertreter wurden Reiseverbote verhängt.