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Sieg für Mitte-Links-Politiker Carlos Alvarado wird neues Staatsoberhaupt in Costa Rica

  • Mit über 60 Prozent der Stimmen ist der Mitte-Links-Politiker Carlos Alvarado zum neuen Präsidenten Costa Ricas gewählt worden.
  • In der ersten Wahlrunde war er seinem jetzigen Kontrahenten noch unterlegen gewesen.
  • Die schwere Krise des Staatsbudgets, Korruptionsaffären und ansteigende Drogenkriminalität sind die herausragenden Probleme des Landes.
Carlos Alvarado redet in ein Mikrofon.
Legende: Von jubelnden Anhängern umgeben feiert Carlos Alvarado seinen Wahlerfolg. Keystone

Carlos Alvarado, der 38-jährige Kandidat der Regierungspartei PAC, setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen gleichnamigen, aber nicht verwandten Konkurrenten Fabricio Alvarado durch. Dies gibt die Wahlkommission in Costa Rica bekannt.

Auf Carlos Alvarado entfielen demnach knapp 61 Prozent der Stimmen. Ausgezählt waren knapp 95 Prozent der Stimmen. Fabricio Alvarado gestand seine Niederlage ein. Rund 3,3 Millionen Costa Ricaner waren zur Wahl aufgerufen.

Wahlkampf um Homo-Ehe

Der sozialdemokratische Regierungskandidat Carlos Alvarado, Hobby-Rocksänger und ehemaliger Arbeitsminister, steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen. Er hatte im Wahlkampf unter anderem versprochen, die Rechte von Homosexuellen und die Ehe für alle zu verteidigen. Diese soll nach einem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte in allen Mitgliedsstaaten zugelassen werden.

Der evangelikale Aktivist Fabricio Alvarado trat dagegen als radikaler Gegner der Homo-Ehe auf. Im Wahlkampf machte er sich die Empörung über die Anordnung in dem konservativen Land zunutze.

Ganzes Bündel von Problemen

Carlos Alvarado wird keine eigene Mehrheit im Parlament haben. Beide Kandidaten hatten deshalb bereits Gespräche mit anderen Parteien eingeleitet, um im Fall eines Wahlsieges eine Koalitionsregierung aufzubauen.

Auf den neuen Präsidenten warten gravierende Probleme: Carlos Alvarado wird sich mit einer schweren Krise des Staatshaushalts, Korruptionsaffären und ansteigender Drogenkriminalität auseinandersetzen müssen. Das Staatsdefizit betrug 2017 knapp sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts.

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