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Anti-Aids-Kampf Sinkende Neuinfektionen, mehr Resistenzen

Legende: Video «HIV: Weniger Infektionen, mehr Resistenzen» abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2017.

Immer mehr HIV-Infizierte auf der Welt erhalten wirksame Gegenmedikamente. Doch was nach einer Erfolgsgeschichte klingt, ist bei genauerem Hinsehen keine. Denn immer mehr Menschen haben HI-Viren, die resistent sind gegen gängige HIV-Medikamente.

Insbesondere in Afrika und Lateinamerika nehmen die Resistenzen zu. Das zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO. Oft können Patienten hier die Medikamente nicht regelmässig einnehmen. So werden die Viren resistent und können auch übertragen werden.

Das gefährde die Erfolge der letzten Jahre, sagt Huldrych Günthard. Er hat die WHO beim HIV-Bericht beraten. «Wenn Resistenz zunimmt, heisst das, dass die verfügbaren Therapien nicht mehr wirken und die Ausbreitung in der Folge weltweit zunimmt», so der Leiter des HIV-Forschungslabors des Unispitals Zürich.

Mehr Geld, bessere Infrastruktur, weitere Therapien

Die WHO hat elf Länder untersucht. In sechs haben mehr als zehn Prozent der Menschen, die eine HIV-Behandlung starten, bereits resistente Viren gegen die gängigsten Medikamente.

In der Schweiz sind resistente HI-Viren dagegen kein Problem. Medikamente können schnell angepasst und Patienten eng überwacht werden. Nicht so in ärmeren Ländern. Dort bräuchte es eine bessere Therapieüberwachung, sagt Günthard. «Zudem braucht es eine bessere Infrastruktur und mehr Geld, um weitere Therapien verfügbar zu machen.»

Grafik zeigt Anzahl der HIV-Infizierten weltweit

5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Den Menschen als "Ganzes" betrachten und entsprechend "ganzheitlich" diagnostizieren und behandeln. Die Zusammenhänge bei Symptomen/Krankheiten suchen und entsprechend ganzheitlich behandeln (Körper, Seele, Geist). Behandlungsmethoden- variabler gestalten. Anstatt sofort mit Chemie behandeln ("mit Schrot auf Spatzen schiessen"), sich ganzheitlich um den Menschen und dessen gesundheitlichen Probleme kümmern (Ernährung, Lebensstil, Arbeit, Freizeit).
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Es gibt keine Behandlung von HIV mit alternativen Mitteln. Da helfen keine Globuli. Die Zeiten wo Knoblauch oder Sex mit einer Jungfrau propagiert wurden sollten definitiv vorbei sein. Der Erfolg der medikamentösen Therapie kann sich zudem sehen lassen. Von tödlicher Seuche mit Tod nach schwerem Siechtum von nur 1-2 Jahren zu praktisch uneingeschränkter Lebenserwartung.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Einsicht zur Umsicht. Umdenken bzgl. "Chemie en masse", ist im gesamten Schweizer "Gesundheits-Wesen" (Ärzteschaft, Forschung/Wissenschaft, BAG, Gesundheits-Direktoren, Krankenversicherer, Krebs-, Rheumaliga und Co,..) dringend notwendig! Resistenzen von chemisch hergestellten "Medikamenten" gegenüber verschiedener Viren, sind logisch, da man sich in der Medizin, zu sehr auf Übelbekämpfungkonzentriert. Der Fokus muss unbedingt endlich auf die "Verursachungs-Behebung/Verbesserung" gelegt werden.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Den forschern wie auch den aids-hilfen werden die augen noch ganz anders aufgehen, wenn die grassierende sorglosigkeit durch PrEP (vorbeugende hiv-behandlung, um sich gar nicht erst zu infizieren) die zweifelhaften ergebnisse einiger studien pulverisiert und andere STDs wie syphilis oder hepatitis c noch stärker ansteigen lässt, als es ohnehin schon der fall ist...
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Pip: Ihr Kommentar ist mehr als Zynisch. Wer das schwere Siechtum von Aids-Patienten gesehen hat ist einfach nur froh, dass es endlich eine Behandlung vor der Infektion gibt. Nur ein Teil der so behandelten hat das Infektionsrisiko freiwillig auf sich genommen. Der andere Teil sind medizinische Fachleute, die sich bei der Arbeit verletzen oder verletzt werden sowie Opfer von Vergewaltigungen, Bissen, sonstigen Tätlichkeiten wo Blut fliesst. Und die Therapie ist im Fall kein Zuckerschlecken.
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