Sklavinnen aus London lebten in einer «Sekte»

Im Fall der Sklavinnen von London lichtet sich allmählich der Nebel. Die Frauen wohnten mit ihrem Peiniger offenbar zunächst freiwillig in einer Art Kommune – dann artete das Zusammenleben in Gewalt und Abhängigkeit aus.

Die Hintergründe für den Fall von moderner Sklaverei in London sind vermutlich in einer aus dem Ruder gelaufenen sektenähnlichen Organisation zu suchen. Zwei der Frauen hätten mit ihrem Peiniger zunächst in einer Art «Kommune» zusammengelebt, teilte Scotland Yard mit.

Der «Guardian» hatte zuvor unter Berufung auf Polizeiquellen von einem halb-religiösen Sektenkult geschrieben. Die beiden Tatverdächtigen, ein Ehepaar im Alter von 67 Jahren, seien aus Indien und Tansania in den 1960er Jahren nach Grossbritannien gekommen.

Den beiden wird vorgeworfen, drei Frauen im Alter von 30, 57 und 69 Jahren mehr als 30 Jahre lang in moderner Sklaverei gehalten zu haben. Welche Rolle die ebenfalls tatverdächtige Ehefrau des Mannes in dem Fall spielt, ist noch unklar.

«Irgendwie muss die Kommune beendet worden sein und am Ende lebten die Frauen mit den Verdächtigen zusammen», sagte Scotland-Yard-Chefermittler Steve Rodhouse.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Fall von moderner Sklaverei in Grossbritannien

    Aus Tagesschau vom 22.11.2013

    Der jüngste Fall von moderner Sklaverei in Grossbritannien schockiert die Öffentlichkeit. 30 Jahre lang wurden drei Frauen von zwei skrupellosen Peinigern festgehalten. Die mutmasslichen Täter wurden gegen Kaution freigelassen. Einschätzungen von Urs Gredig in London