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International Snowden treibt Obama, sagt Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat die Ankündigungen von US-Präsident Barack Obama zur Einschränkung der Sammelwut der Geheimdienste als einen Sieg für Edward Snowden bezeichnet. Mit seiner Ankündigung vom Freitag habe Obama die Rolle Snowdens als sogenannter Whistleblower anerkannt.

Ein Mann mit weissen Haaren redet
Legende: Assange: Die angekündigte Reform der US-Geheimdienste hätte es ohne Snowden nicht gegeben. Reuters/Archiv

Es sei einfach eine Tatsache, dass ohne Snowdens Enthüllungen niemand etwas über die Ausspähprogramme erfahren hätte, erklärte Assange auf der Internetseite von WikiLeaks. Eine Reform der Dienste würde ohne die Enthüllungen nicht stattfinden.

Snowdens grösste Sorge sei es gewesen, dass seine Enthüllungen folgenlos bleiben könnten, erklärte Assange. Nun zeichneten sich Reformen ab, und der Präsident sowie das Volk der USA und andere Völker der Welt schuldeten Snowden Dank und Anerkennung.

Barack Obama läuft über Rasenfläche
Legende: Den Whistleblower im Nacken: US-Präsident Obama reagierte nur in der NSA-Affäre, meint Assange. Reuters/Archiv

Keine einfachen Bürger ausforschen

Obama hatte am Freitag erklärt, die USA könnten es sich leisten, das Sammeln von Metadaten einzuschränken. «Wir können und müssen transparenter werden», forderte er als Konsequenz aus den Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Snowden. Gemeinsam mit dem Kongress wolle er die gesetzlichen Regelungen für das Sammeln von Telefondaten ändern. Die USA seien nicht daran interessiert, einfache Bürger auszuforschen. Das Sammeln von Daten solle ausschliesslich der Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten dienen.

USA fordern Auslieferung

Assange befindet sich seit mehr als einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in London. Er befürchtet, dass ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen angeblicher Vergewaltigung in Schweden zu seiner Auslieferung in die USA führen könnte, wo ihm die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vorgeworfen wird.

Snowden hat ein vorübergehendes Asyl in Russland gefunden, nachdem er wochenlang im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo ausgeharrt hatte. Die US-Regierung fordert auch seine Auslieferung.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Und wer profitiert davon? Glaubt jemand im Ernst, dass nur die USA unsere digitalen Spuren verfolgen? Nur ein Fiesling mit entsprechendem Charakter und sowohl felendem Selbstvertrauen als auch fehlender Bereitschaft, durch Leistung zu Bekanntheit zu gelangen, konnte dazu führen, dass die grassierende Inkompetenz in den 20+ US Geheimdiensten ans Licht kam. Die USA verhindern selbst die Schaffung eines einzigen, kompetenten Geheimdienstes, der nur dem Präsidenten Rechenschaft schuldet.
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    1. Antwort von P. Fahrni, Bern
      Aha, Sie finden es also in Ordnung, wenn Sie eines Tages aufwachen und sich im Nationalsozialismus wieder finden. Und wenn Ihre Tochter zur Vernichtung eingezogen wird, bloss weil sie ein kritisches Mail geschrieben hat, dann finden Sie das unterstützenswert - schliesslich wollen Sie mit Leistung etwas erreichen. Und jeder, der das nicht unterstüzt, ist ein charakterloser Feigling. Ja, alles klar.
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    2. Antwort von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
      Geheimnisse schon immer preis gegeben hat. Nur die Menschen erlauben sich den Luxus einer dummen Dummheit, in Geheimnisskrämereien, sich gegenseitig kreative Offenheit abzuschlachten.
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    3. Antwort von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
      kari huber, Eine Verwechslung v.Apfel+Birne. Snowden als einen Fiesling zu nennen, ist im festen Glauben zu sein, ein Stein ist ein Schwamm. Einem Geheimdienst Kompetenz zu zu schanzen, schlägt den Boden aus dem Fass mit der Frage wozu Geheimdienste. Es gibt wohl erlaubte Geheimnisse und unerlaubte. Die unerlaubten G. sind jene, die ein Fiesling mit seinen, v. Ihnen erwähnten Charaktereigenschaften mit sich trägt. Snowden unterstreicht die Tatsache, dass die Natur ihre
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