Vorher – nachher So verrottet sind Rios Olympia-Stätten

BildlegendeAuf dem Rasen des Maracana-Stadions würde kein Spitzenteam mehr spielen wollen.

SRF News: 199 Tage nach Olympia: Wie steht es heute um die Bauten?

Ulrich Achermann: Die Infrastruktur ist am verlottern. Das aussagekräftigste Beispiel ist das Maracana-Stadion, das für die WM von 2014 für mehr als eine Milliarde Dollar renoviert wurde. Der Rasen ist teilweise verdorrt, einzelne Sitze auf der Tribüne wurden gestohlen oder zerstört.

Warum dieser Zustand?

Die Anlagen in Stand zu halten, ist teuer. Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist pleite. Es ist genau das eingetreten, wovor Kritiker schon vor Olympia gewarnt hatten: die Infrastruktur zerfällt. Weil kein Geld da ist.

Gibt es Pläne für Umnutzungen?

Einige Bauten wurden ab- und anderswo wieder aufgebaut. Das olympische Dorf im Stadtteil Barra da Tijuca verändert sich; die Apartments werden zu Eigentumswohnungen für ein zahlungskräftiges Publikum umgebaut. Das war von Anfang an so vorgesehen, weil hier privates Kapital involviert ist.

Angesichts der Misere zucken die Brasilianer die Schultern. Sie kennen das schon von den WM-Stadien in Manaus und Cuiaba. Dort gibt es nicht einmal lokale Klubs, und die Stadien lassen sich nicht erfolgreich bewirtschaften. Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack.

BildlegendeWo einst die besten Schwimmer um Medaillen kämpften, würde heute niemand mehr ins Wasser steigen.

Ulrich Achermann

Porträt von Ulrich Achermann

srf

Ulrich Achermann ist seit 2003 SRF-Korrespondent und berichtet über alle Länder Südamerikas. Er lebt in Santiago de Chile.