So viele Asylbewerber wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr

Die Zahl der Flüchtlinge in den OECD-Ländern hat 2015 erneut stark zugenommen. Etwa 4,8 Millionen Menschen wanderten dauerhaft in die 35 Mitgliedstaaten aus – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders die Zahl der Asylbewerber sticht heraus.

Eine Flüchtlingsfamilie mit zwei Kindern geht über die Grenze in Österreich.

Bildlegende: 25 Prozent der Flüchtlinge, die 2015 in Ländern der OECD Asyl ersuchten, kamen aus Syrien. Keystone

Wegen der Flüchtlingskrise in Syrien haben nach Angaben der OECD im vergangenen Jahr so viele Menschen um Asyl nachgesucht wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.

Am meisten Flüchtlinge in Deutschland

2015 habe sich die Zahl der Anträge auf 1,65 Millionen verdoppelt, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ihrem jährlichen Migrationsbericht mit. Für das laufende Jahr werde mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

Fast jeder vierte Asylbewerber kam den Angaben zufolge 2015 aus Syrien, 16 Prozent aus Afghanistan. Drei Viertel der Asylbewerber suchten in Ländern der Europäischen Union Schutz. In absoluten Zahlen wurden laut dem Bericht am meisten Flüchtlinge in Deutschland registriert. In Bezug auf die Bevölkerungszahl habe jedoch Schweden am meisten Asylbewerber aufgenommen.

Studentenprogramme und humanitäre Visa?

Insgesamt stieg den OECD-Angaben zufolge die Zahl der Migranten im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 4,8 Millionen. Die Studie weist daraufhin, dass mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingskrise ein strukturelles Vorgehen der Staaten und mehr internationale Kooperation notwendig seien. Ein typisches Beispiel sei die EU, die Schwierigkeiten hatte, auf die Krise mutig, umfassend und koordiniert zu reagieren, mahnten die Autoren.

Alternative Migrationsmöglichkeiten zum Asylantrag könnten verhindern, dass Flüchtlinge sich auf die gefährliche Flucht begeben. Die Studie nennt etwa Arbeitsmigration, Studentenprogramme oder humanitäre Visa als Möglichkeiten.

Am Montag beginnt in New York ein Gipfel der Vereinten Nationen zum den Flüchtlings- und Migrationsbewegungen.

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