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International Soldat in Paris niedergestochen

Hat der Beilangriff in London eine Nachahmertat provoziert? In Paris hat ein Unbekannter einen französischen Soldaten mit einem Messer attackiert. Der Vorfall erinnert stark an den brutalen Mord an einem britischen Soldaten.

Legende: Video Messerattacke auf Soldaten abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 25.05.2013.

Drei Tage nach dem tödlichen Angriff mutmasslicher Islamisten auf einen britischen Soldaten in London ist auch in Paris ein Soldat auf offener Strasse attackiert worden. Ein Unbekannter griff den 23jährigen im Geschäftsviertel La Défense von hinten mit einer Klinge an und verletzte ihn schwer am Hals, wie französische Medien berichteten. Der Soldat habe viel Blut verloren, sei aber nicht in Lebensgefahr. Die französische Anti-Terror-Einheit hat die Ermittlungen übernommen.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian besuchte den verletzten Soldaten noch am Abend im Krankenhaus. Der Mann sei angegriffen worden, weil er Soldat ist, sagte er anschliessend vor Journalisten. Frankreich werde seinen «unerbittlichen» Kampf gegen den Terror fortsetzen, versprach er.

Patrouille im Hochhausviertel

Der Angegriffene hatte in Uniform und bewaffnet in La Défense patrouilliert. Im Rahmen der Terrorabwehr werden in Frankreich an stark besuchten Plätzen auch Soldaten eingesetzt.

Der Täter war laut Polizei etwa 1,90 Meter gross und bärtig. Er habe sein Opfer von hinten angegriffen und sei dann in der Menge verschwunden, ohne ein Wort zu sagen. Die Zeitung «Le Parisien» berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Angreifer sei um die 30 Jahre alt und nordafrikanischen Aussehens.

Die Tat wurde offenbar von Überwachungskameras aufgezeichnet. Staatsanwalt Gelli sagte laut AFP, dass der Täter den Soldaten mit einem scharfen Metall-Gegenstand verletzt habe. Medienberichte, dass es sich dabei um einen Paketmesser gehandelt habe, bestätigte er nicht.

Innenminister Manuel Valls verurteilte wie Le Drian den «feigen Angriff». In einer ersten Stellungnahme sah Frankreichs Staatspräsident François Hollande keine Verbindung zu dem brutalen Mord an einem britischen Soldaten in London. Ein Zusammenhang sei «beim derzeitigen Stand» nicht zu erkennen, sagte er laut «Le Figaro» beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Addis-Abeba. Man müsse aber allen Hypothesen nachgehen.

Parallelen zu London?

In London hatten am Mittwoch zwei Briten mit nigerianischen Wurzeln einen jungen Soldaten brutal ermordet. Sie fuhren ihr Opfer zunächst mit einem Auto an und stürzten sich dann mit Fleischerbeil und Messern auf ihn.

Danach sagten die Männer zu Passanten, sie hätten aus Rache gehandelt, um die Taten britischer Soldaten in muslimischen Ländern zu sühnen. Sie wurden am Tatort von der Polizei angeschossen und festgenommen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Beutler, Beatenberg/Leissigen
    wer sich hier empört, vergisst, dass es auch gewalttätige Einheimische gibt. Die Mörder der 9 Menschen mit Migrationshintergrund in Ostdeutschland. Oder Breivik, der in Norwegen 77 Jusos und SPler umbrachte. Terrorismus ist die Handschrift der Fanatiker und Menschenverächter. Darunter sind Personen aller Konfessionen. Die meisten Menschen mit nicht abendländischem Stammbaum fügen sich still und unauffällig in unsere Gesellschaft ein, besonders die 400'000 Moslems in der Schweiz.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @P. Beutler: Ich gehe sogar noch weiter: Wären 4 Mio stille u. friedl. Moslems in der CH gäbe es von der christl. Minderheit sehr wahrscheinlich weniger Messerattaken und alles wäre friedlich und alle froh. (Smile u. Ironie aus)
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  • Kommentar von Werner Wyssmann, 4552 Derendingen
    @ Frau Zelger: Die Polizei kann nicht überall sein und zudem kann sie nicht erzieherisch wirken. Dann wissen Sie ja von einer Partei, die zwar genau das gleiche wie Sie fordert, aber stets gegen die Aufstockung der kantonalen Polizeikorps ist. Wollen mal sehen, welche Wundermittel der Herr Freysinger im Kanton Wallis hervorzaubern wird...
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Müssen auch unsere Soldaten solche Attacken von Islamisten befürchten? Das EJPD ist gefordert. Es braucht eine Führung, die willens und fähig ist, solche Gewaltakte mit geeigneten Massnahmen zu verhindern.
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