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Sonderparteitag der CDU Die CDU schafft, was die SPD nicht kann

Die CDU hat den Spagat geschafft, den die SPD nicht kann. Am Parteitag waren zwar viele kritische Voten zu hören, deutlich mehr als üblich, aber am Ende sagten rund 97 Prozent Ja zum ungeliebten Koalitionsvertrag mit der SPD.

Die CDU ist ihrem Ruf gerecht geworden. Sie ist wie ein Haufen Eisenspähne, die sich nach dem Magneten ausrichten und das ist die Macht. Das fiel ihr heute leichter als erwartet, weil Merkel ihren Kritikern bei der Auswahl der Minister, insbesondere Jens Spahn als Gesundheitsminister, entgegengekommen ist. Und weil die neue CDU-Generalsekretärin Anegret Kramp-Karrenbauern eine fulminante Rede hielt und sich damit, genauso wie Spahn, mittelfristig als Nachfolgerin von Angela Merkel empfahl.

Kramp-Karrenbauers klare Ansage

Kramp-Karrenbauer soll ein neues Parteiprogramm erarbeiten und machte dazu eine eindeutige Vorgabe: «Ich sage ganz, ganz, ganz klar: Das wird keine Beschäftigungstherapie für diese Partei sein, nach dem Motto, die Partei kann diskutieren und wir können in Ruhe regieren.»

Kramp-Karrenbauer wurde frenetisch bejubelt und mit 99 Prozent der Stimmen gewählt. Das sind Zahlen die an die Wahl von Martin Schulz erinnern. Mit einem grossen Unterschied: Die Euphorie für den neuen Messias Schulz brach bald wieder in sich zusammen. Die SPD ist emotional, die CDU rational, die SPD ist in wankelmütig in ihre Führungsleute verliebt, die CDU in den Erfolg. Die CDU ist zufrieden, weil sie an der Macht ist und eine personelle Zukunftsperspektive hat.

Peter Voegeli

Peter Voegeli

Peter Voegeli ist seit Sommer 2015 SRF-Korrespondent in Deutschland. Er arbeitet seit 2005 für Radio SRF, zunächst als USA-Korrespondent, danach als Moderator beim «Echo der Zeit».

12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Fr. Merkel kann sagen was sie will - es wird ihr zugejubelt -wir schaffen das ! Solange das Wahlbündnis "CDU/CSU im Wahlrecht" als eine Partei gilt, können die Restparteien strampeln ohne Ende - bald 30 Jahre CDU -Kanzler, noch nie ein CSU-Kanzler, -da steckt Methode dahinter - die Sozialdemokraten die Sklaven der CDU, der Rest ist Beilage . Selbst in China gibt es mehr Wechsel. Wen wundert es -das 1000jährige ging sehr rasch unter - nun wird das Neue unter Demokratie dem Volk verkauft .
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Mit Verlaub, aber die CDU lebt nach 13 Jahren Merkel nicht mehr wirklich. Wie können 99% der knapp 700 Delegierten Kramp-Karrenbauer wählen? Wie kann es sein, dass Merkel mir nichts dir nichts Jens Spahn mit dem Gesundheitsministerium bestraft?
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    1. Antwort von Armin Spreter (aspre)
      Die CDU war am Wiedererwachen, wurde aber durch geschicktes Taktieren von AM gerade noch verhindert, bevor dieser Zug Fahrt aufnehmen konnte. AKK hat den Schulz-Hype im Saarland durch ihre solid untermauerte Beliebtheit bravurös gestoppt und damit ihren politischen Wert deutlich gesteigert. Wie sie selbst sagte, waren ihr 99% eher peinlich. Die Berufung eines Ministers ist allerdings Königsrecht und Jens Spahn unterliegt jetzt der Kabinettsdisziplin und ist für die Königin vorerst ungefährlich.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Habe gestern auf Phoenix die CDU Debatte (Parteitag) geschaut. Merkel & Co. schreien und wetterten in ihre Mikrofone über die Erneuerung der CDU. Aber nichts davon zündete. Den meisten scheint das aber zu reichen. Wie da auf die Parteikollegen/innen mit voller Lautstärke und Gesten gewettert und sich selben gelobten, erinnerte mich an Reden von N.D aus den 30/40igerjahren. Die CDU hält sich für die beste Partei, ist überheblich und arrogant gegenüber dem eigenen Volk. Wenn das nur gut geht.
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