Sozialisten diskutieren Post-Chávismus

In Venezuela wollen die Sozialisten mit einem mehrtägigen Kongress programmatische Weichen stellen. Zum Auftakt wurde Präsident Nicolás Maduro zum Vorsitzenden der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) gewählt.

Mehrere Tage und 20'000 Vorschläge: Die sozialistische Regierungspartei Venezuelas will sich grundsätzlich erneuern. Es ist er erste nationale Kongress nach dem Tod des Gründers Hugo Chávez.

Präsident Maduro sitzt auf einem Podest umgeben von anderen Sozialisten.

Bildlegende: Ein Mega-Event soll die Weichen für die Zukunft Venezuelas stellen. Keystone

Zum Auftakt wurde Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zum Vorsitzenden der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) gewählt. Zusätzlich wurde der im März 2013 verstorbene Chávez zum «ewigen Führer» ernannt. In der Partei laufe nicht alles perfekt, räumte Maduro bei seiner Rede ein. Doch die PSUV werde gestärkt aus ihrem Kongress hervorgehen.

In den vergangenen Monaten war im Regierungslager Kritik am Führungsstil Maduros laut geworden. Der frühere Planungsminister Jorge Giordani erhob ausserdem Korruptionsvorwürfe.

Es gibt viel zu besprechen

Bis Donnerstag wollen die 537 Delegierten über ideologische, programmatische und parteiinterne Weichenstellungen beraten. Die Partei ist mit über sieben Millionen Mitgliedern die stärkste politische Organisation des südamerikanischen Landes. Basisgruppen der erst 2008 gegründeten Partei haben über 20'000 Vorschläge zur Diskussion vorbereitet.

Begleitet wird der Kongress von zwei wichtigen Ereignissen: Den Gedenkfeiern für den 2013 gestorbenen «Comandante» Hugo Chávez, der am 28. Juli 60 Jahre alt geworden wäre, und dem mehrfach verschobenen Mercosur-Gipfel (Gipfeltreffen des Gemeinsamen Marktes Südamerikas) am Tag darauf.