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Spanien unter Druck Verfassungsgericht untersagt katalanische Parlamentssitzung

Legende: Audio Katalanische Separatisten ausgebremst abspielen.
1:14 min, aus Heute um Vier vom 05.10.2017.
  • Das spanische Verfassungsgericht hat die für Montag geplante Sitzung des katalanischen Regionalparlaments untersagt.
  • Erwartet wurde, dass bei der Sitzung die Unabhängigkeit Kataloniens ausgerufen werden würde

Die spanische Regierung wird in der Katalonien-Krise nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos nicht nachgeben. Man werde im weiteren Verlauf zwar vorsichtig, aber bestimmt agieren, sagte er. Zugleich wies er darauf hin, dass die gegenwärtige Unsicherheit Investitionen in Katalonien hemme.

«Wir sehen enorme Besorgnis wegen der Unverantwortlichkeiten der katalanischen Regierung», sagte de Guindos. Einen Einfluss auf das spanische Wirtschaftswachstum habe die Krise bislang aber nicht.

Das Verfassungsgericht hatte auch das Referendum untersagt, an dem sich am vergangenen Sonntag dennoch rund 40 Prozent der katalanischen Wahlberechtigten beteiligten. Sie stimmten nach vorläufigen Ergebnissen zu rund 90 Prozent für die
Unabhängigkeit.

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy und Puigdemont verharrten in gegenseitiger Blockade. Zwar erklärten sich beide im Prinzip gesprächsbereit. Allerdings forderte Rajoy als Vorbedingung den Verzicht auf die Unabhängigkeitserklärung. Dies wies Puigdemont kategorisch zurück und kündigte an, der Fahrplan zur Unabhängigkeit werde auf alle Fälle umgesetzt.

Banken prüfen Abzug aus Katalonien

Die spanische Bank Sabadell zieht Konsequenzen aus der Katalonien-Krise. Das Geldhaus verlagert seinen juristischen Sitz in die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca, wie das Institut mitteilte.

Auch das drittgrösste spanische Geldhaus Caixabank prüft einem Insider zufolge eine Verlagerung seines rechtlichen Sitzes. Für einen dauerhaften Umzug der Caixabank wäre die Zustimmung einer Aktionärsversammlung nötig. Die Bank prüfe aber auch andere Lösungen, wie einen vorübergehende Verlagerung, die möglicherweise einfacher umzusetzen seien, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Banksprecher erklärte, es sei bislang keine Entscheidung gefallen.

34 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Gemperle (PGT)
    Nur weiter so ihr dummen Wirrköpfe hier in Katalonien. Habe ja schon oft geschrieben, dass es den Katalanen, die in erster Linie wegen "wir zahlen nach Madrid mehr als wir zurückbekommen", also des Gelde Willen eine Abspaltung wollen, nachher nicht besser geht, Die Banken machen ja bereits kein Geheimnis mehr betreffend einem Abzug aus dem instabilen Katalonien und Grosskonzerne werden folgen. Traurig, wenn dann Katalanen in Valencia oder Madrid um Arbeit betteln müssen. Ich hoffe für alle nicht
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    1. Antwort von Roger Fasnacht (FCB Forever)
      Solche Argumente haben sich schon oft als falsch herausgestellt und sind für die direkt Betroffenen sowieso nicht wirklich relevant, siehe nur Tscheslowakei, ganz Ex-Jugoslawien, Kurden, Palästinenser oder hier ganz in der Nähe die Jura-Frage.... Hier geht es um emotionale Werte wie Freiheit oder Unabhängigkleit von einer unpopulären Regierung in Madrid.
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    2. Antwort von Peter Gemperle (PGT)
      Herr Fasnacht.Sie behaupten, dass die Regierung in Madrid unpopulär sei.Die gleiche Meinung haben auch ein kleinerer Teil der Katalanen, die neutrale Wahlzetteln mit selbst eingesetztem Namen ausfüllten und mit Ja einwarfen. (Schummeln erlaubt).der grössere Rest der gar nicht zur Urne gingen weil sie wussten, dass die Verfassungswidrige Abstimmung ohnehin anulliert würde,sowie die übrige Bevölkerung Spaniens reden da eine ganz andere Sprache als Sie. Komisch.Schweizer befürworten Antidemokratie
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Man könnte es auch umdrehen. Barcelone der Wirtschaftsmotor von Spanien ist, will man deshalb die Katalanen nicht ziehen lassen. Dasselbe passiert ja in der Ukraine auch. Die Bodenschätze liegen in der Ostukraine, also will man die Abspaltung nicht. Folge davon ist dort jetzt ein hässlicher Bügerkrieg.
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    4. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Herr Waeden, Katalonien ist nur die 4 grösste Wirtschaftsregion Spaniens! Sie ist aber der mit den grössten Schulden, Momentaner Stand 41.8 Milliarden. Ich finde das doch sehr gute Eckwerte um in die Unabhängigkeit zu gehen. Viele Schulden und keine Internationale Verträge. Ein Land mit soviel Unsicherheiten das sich am Finanzmarkt dringend Geld beschaffen muss, ist der Kreditnehmer der sich die Finanzhaie nur wünschen können.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Sessionsgelüste erzeugen Rechtsunsicherheit und sollte eine Session gelingen, wird alles noch schlimmer. Blindwütiger Nationalismus ist kein guter Ratgeber. Und die versalzene Suppe muss am Schluss so oder so immer das Volk auslöffeln.
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    1. Antwort von László Schink (Schink)
      So ein Blödsinn aber auch, die Schweiz und viele andere erfolgreiche Nationen sind aus nichts anderem als aus einer Sezession entstanden.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Schink: Die Eidgenossenschaft konnte nur als kleinstaatlicher Pufferstaat zwischen den damaligen europäischen Großmächten mit deren Duldung existieren.
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    3. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Schon wieder erzählen sie Blödsinn Herr Schink, Die Schweiz wie sie heute ist, ist auf dem Reisbrett am Wienerkongress entstanden. Das haben die damaligen 4 Siegesmächte entschieden. Fehlt nur noch das sie behaupten Ungarn wäre eine erfolgreiche Nation. dann haben sie die Lacher auf Ihrer Seite.
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    4. Antwort von László Schink (Schink)
      @ Röthenmund, die Schlacht am Morgarten und die Gründung der ersten drei Urkantone, auch Waldstätte genannt, ist für Sie wohl auch eine Erfindung des Wiener Kongresses. Aber danke für die revisionistische Geschichtsbetrachtung.
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    5. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Die Schlacht am Morgarten ist Historisch gesehen nicht Bewiesen. Zwar ist die Gründung der Eidgenossen schafft mit dem Bundesbrief dokumentiert, aber die Grenzen der heutigen Schweiz wurde am Wienerkongress gezeichnet. Ich weiss das bei den meisten Schulen die Schweizer Geschichte am 13. September 1515 aufhört und das der Sonderbundkrieg mit der Gründung der Bundesgenossenschaft an vielen Schulen nicht gelernt wird. Aber für mich zählt das ist und Heute und nicht was vor 720 Jahren wahr.
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    6. Antwort von László Schink (Schink)
      Vorhin sprachen Sie vom Wiener Kongress 1815, obschon Sie nun behaupten, dass Sie die Vergangenheit nicht interessiert.
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    7. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Man kann den Kopf auch in den Sand stecken. Der Trend geht eindeutig auf Abspaltungen. Irland, Schottland, die Ukraine, die Katalanen, die Kurden in Irak & Syrien usw. Es gibt sogar mittlerweile viele Stimmen aus Ostdeutschland, welche einer neuen Trennung von Westdeutschland gar nicht nicht mehr so abgeneigt sind. Hat mit Nationalismus überhaupt nichts zu tun. Grund dafür eher ist, dass viele Regierungen in ihren Prachtbauten sitzend, den guten Draht zu Volk verloren haben.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Anscheinend verwendet Rajoy Erdogans Vorgehen als Blaupause. Wenn die Katalanen nun den Kampf der Kurden als Blaupause einsetzen......... Dann verschiebt sich die Bombenstimmung vom Ballermann nach Barcelona und Madrid.
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