Spaniens Regierung reagiert auf Zug-Tragödie

Das Zugunglück mit 79 Opfern soll sich nicht wiederholen. Spaniens Verkehrsministerin verspricht daher Taten.

Ein Zug in Trümmern nach seiner Entgleisung in Spanien.

Bildlegende: Der Lokführer steuerte den Zug zu schnell in die Kurve – dann geschah das Unglück. Reuters

Als Reaktion auf das schwere Zugunglück bei Santiago de Compostela will die spanische Regierung das gesamte Schienennetz des Landes auf seine Sicherheit hin überprüfen.

«Wir werden alle Protokolle und Sicherheitssysteme prüfen, ebenso wie die Geschwindigkeitsbegrenzungen», sagte Verkehrsministerin Ana Pastor vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu dem Unglück vom 24. Juli. Sie kündigte an, auf der Basis der Untersuchungsergebnisse die Sicherheit des Netzes zu verbessern.

Beim schwersten Bahnunglück in Spaniens Nachkriegsgeschichte waren 79 Menschen getötet und 178 verletzt worden. Als der Zug in einer Kurve entgleiste, hatte er eine Geschwindigkeit von 153 Stundenkilometern und war damit fast als doppelt so schnell wie erlaubt. Der Lokführer versuchte noch zu bremsen, konnte das Unglück aber nicht mehr verhindern. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Am Donnerstag hatte der Chef des Schienenbetreibers Adif vor dem Parlamentsausschuss eingeräumt: Die Katastrophe hätte möglicherweise vermieden werden können, wenn ein ursprünglich geplantes automatisches Bremssystem auch tatsächlich an der Unglücksstelle eingebaut worden wäre. Letztlich sei der betroffene Streckenabschnitt aber nur mit einem konventionellen Bremssystem ausgerüstet worden, das erst bei Geschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern eingreife.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Spanien will Schienen überprüfen

    Aus Tagesschau vom 9.8.2013

    Ein automatisches Bremssystem hätte das Zugunglück mit 79 Toten in Spanien möglicherweise verhindern können. Heute hat Spaniens Verkehrsministerin erklärt, das gesamte Schienennetz auf seine Sicherheit überprüfen zu lassen.

  • Spanien will in Zug-Sicherheit investieren

    Aus Tagesschau vom 9.8.2013

    Ende Juli waren in Santiago de Compostela bei einem Zug-Unglück 79 Menschen ums Leben gekommen. Offenbar sind die Behörden mitschuldig. Denn die Strecke war nicht genügend gesichert. Heute hat die spanische Verkehrsministerin angekündigt, das Sicherheits-System aufrüsten zu wollen.