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International Spannung bei Atomgesprächen mit Iran in Lausanne

In Lausanne verhandeln die Aussenminister Irans sowie der UNO-Vetomächte und Deutschlands noch bis Mitternacht über die Beilegung des Atomstreits. Die Chancen auf eine Einigung sind intakt, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern.

Legende: Video «Atomgespräch gehen in finale Phase» abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.03.2015.

Es ist üblich, dass in entscheidenden internationalen Verhandlungen gesetzte Fristen restlos ausgereizt werden. Denn alle Beteiligten wollen ihrem Heimpublikum beweisen, dass sie bis zuletzt alles versucht haben, um möglichst viel herauszuholen.

Misstrauen überwinden

Im konkreten Konflikt gilt das erst recht. Denn zwischen dem Westen und Iran herrscht seit Jahrzehnten tiefstes Misstrauen. Teheran will Garantien, dass nach einem Durchbruch die Sanktionen tatsächlich schrittweise, aber rasch gelockert werden. Die übrigen Beteiligten wollen, wie es der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier formuliert, nur unterzeichnen, «wenn dauerhaft und nachprüfbar ausgeschlossen ist, dass sich Iran Zugriff auf Nuklearwaffen verschafft».

Immerhin scheinen die meisten praktischen Fragen geklärt. Ein dreiseitiger Vertragsentwurf liegt auf dem Tisch. Allerdings streute Iran jetzt in einem wichtigen Punkt Sand ins Getriebe: Teheran weigert sich plötzlich, den Grossteil des bereits angereicherten Urans ins Ausland zu schaffen. Oder aber Iran will mit diesem angedrohten Rückzieher in letzter Minute noch etwas herausholen.

Historischer Durchbruch?

US-Aussenminister John Kerry jedenfalls spricht von noch einigen schwierigen Punkten, betont aber, man arbeite hart daran, sie zu klären. Ein Erfolg in Lausanne wäre ein historischer Durchbruch. Er könnte den Anfang für einen Neubeginn in einer der vergiftetsten diplomatischen Beziehungen – jener zwischen Washington und Teheran – bedeuten und die politische Grosswetterlage im Nahen Osten verändern.

Denkbar ist, dass heute Nacht die Uhren angehalten und trotz Deadline weitergemacht wird. Die Atomverhandlungen dauern nun seit zweieinhalb Jahren. Auf ein paar Stunden oder Tage kommt es da kaum an.

12 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Israel hat die Atombombe nur zu ihrer Sicherheit . Der Iran braucht sicher keine A-Bombe und auch sonst kein Arabischer Staat - sonst besitzt sie diese Morgen der IS -mehr gibt es dazu nicht zu sagen . Leider sind scharfe Kontrollen unumgänglich. Die Sanktionen sind wie bei Russland eine sinnlose Aktion und schadet auch dem Westlichen Volk .
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    @Erwin Jenni, Etwas mehr als dasjenige der USA, die haben nachweislich zig-fach gelogen um Kriege führen zu können. Der Iran hat schon mehrmals Kotrollen zugelassen, was seine Urananreicherung anbelangt, die Behauptungen der USA/Israel konnten nie erhärtet werden, dass der Iran Atombomben baue. China und Russland haben in der Vergangenheit meist Recht gehabt, wenn sie ein Veto im Sicherheitsrat eingelegt haben, wenn die USA gegen ein Land militärisch vorgehen wollten (basierend auf Lügen)!!
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Ihre Behauptungen sind haaresträubend, Frau Lüscher. Fakt ist, dass der Iran seit Jahren den Westen und die UNO täuscht und mit Halbwahrheiten und Lügen eindeckt. Nur kurz zur Erinnerung: Der Irak unter Saddam Hussein behauptete dasselbe, bis Israel präventiv den Atomreaktor Osirak in den 80er Jahren zerstörte. Heute sind wir alle froh darüber. Europa will immer verhandeln, wo es nichts zu verhandeln gibt! Der Iran ist Terrorförderer Nr.1 auf der Welt. Auf welcher Seite wollen Sie stehen?
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    2. Antwort von V. Humbert, Carouge
      Herr Jenni, echt? Der Iran unterstützt also nebst Hisbollah, Huthis den IS, Al Kaida, Al Nusra Front, Boko Haram, Al Shabaab und wie sie alle heissen? Es scheint Ihnen entgangen zu sein, dass der Iran schiitisch ist. Nun, soll ja vorkommen.
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    3. Antwort von A. Stahel, 8000 Zürich
      Abgesehen davon sind die grössten Terror-Förderer wohl noch immer Saudi-Arabien und Nachbarn. Und mit denen verstehen wir uns doch auch prächtig? Auf welcher Seite stehen wir denn nun?
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    So lange der kriegerische Kleinstaat Israel unkontrolliert und unbewilligt Atomwaffen besitzen darf, sollte der Iran nicht auf Atomwaffen verzichten. Der Westen und vor Allem die USA möchten die grossen Erdölbestände des Irans stehlen, ähnlich wie im Irak. Wenn ein Staat über Atomwaffen verfügen kann, werden sich eventuelle "Eroberer und Freunde?" dieses Landes es sich gut überlegen, ob sie deswegen einen Atomkrieg riskieren wollen. Der heutige Irak ist zerstört und ohne Erdöl wertlos. Leider.
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