Sprengstoff statt Zahnpasta: US-Terrorwarnung vor Olympia

Erneuter Terrorhinweis kurz vor Beginn der Olympischen Spiele: US-Behörden warnen vor Explosivstoffen in Zahnpasta-Tuben. Sie sollen an Bord von Passagierjets geschmuggelt werden, die nach Russland fliegen.

Abzeichen eines Mitarbeiters der Homeland Securitiy

Bildlegende: Das US-Ministerium für Heimatschutz sieht erhöhte Terrorgefahr für Flüge nach Russland. Keystone

Die USA haben wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi Flughäfen und Fluggesellschaften vor Sprengstoff in Zahnpasta-Tuben an Bord von Maschinen nach Russland gewarnt. Die Bedrohung sei auf Direktflüge beschränkt, die ausserhalb der USA starten, hiess es.

Jüngste Erkenntnisse der US-Geheimdienste legten nahe, dass Terroristen auf diesem Weg oder in Kosmetik-Behältern unbemerkt Sprengstoff-Bestandteile schmuggeln und während des Fluges Bomben bauen könnten, meldeten US-Medien mit Bezug auf Warnungen des US-Heimatschutzministeriums. Diese könnten an Bord gezündet oder womöglich unbemerkt ins Olympische Dorf gebracht werden.

Regelmässiger Informationsaustausch

Ob die Warnung Einschränkungen beim Handgepäck nach sich ziehe, hänge von den Unternehmen und den zuständigen Sicherheitsbehörden ab, hiess es. Die USA und andere Länder nähmen die Bedrohung sehr ernst, zitierte CNN einen Mitarbeiter der US-Regierung.

Einschlägige Informationen würden aus Vorsicht regelmässig mit Partnern im In- und Ausland geteilt, sagte ein Vertreter des Heimatschutzministeriums. Darunter seien auch die Veranstalter internationaler Ereignisse wie der Olympischen Spiele in Sotschi.

«Das ist die Art Bedrohung, über die wir wirklich besorgt sein sollten», sagte Peter King, Mitglied in den Ausschüssen für Heimatschutz und Terrorismusbekämpfung. Es gebe wirklichen Anlass zur Sorge, sagte King, der über die Bedrohung informiert wurde aber keine Details nannte.

Die US-Geheimdienste arbeiteten rund um die Uhr, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Russland teile jedoch nicht genug Informationen mit den USA. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich sei deutlich schlechter als mit Grossbritannien, China oder Griechenland bei vergangenen Olympischen Spielen.

Alarmbereitschaft und Drohbriefe

Die Sicherheitskräfte in Russland sind in Alarmbereitschaft wegen der Olympischen Winterspiele, die am Freitag beginnen. Zuletzt hatten Selbstmordattentäter im Dezember in Wolgograd 34 Menschen getötet. Islamisten aus dem Nordkaukasus haben wiederholt mit Anschlägen gedroht, um das Sportereignis im nahen Sotschi am Schwarzen Meer zu stören.

US-Aussenminister John Kerry versuchte zuletzt, die Sorge vor dem Grossereignis etwas zu mildern. «Jeder, der zu den Olympischen Spielen fahren möchte, die einfach ein grossartiges Event sind, sollte hinfahren», sagte Kerry in einem CNN-Interview.

Auch Präsident Barack Obama hatte zuletzt betont, dass er die Spiele für sicher hält, auch dank der Arbeit der russischen Behörden. Jüngst trafen zwei US-Kriegsschiffe nach russischen Militärangaben im Schwarzen Meer ein, um die Sicherheit am Olympiaort zu erhöhen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Russischer Anti-Terror-Einsatz: Sieben Terroristen getötet

    Aus Tagesschau vom 18.1.2014

    Bei einem Anti-Terror-Einsatz im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus haben Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben vier Islamisten getötet.

  • Bomben-Terror in Wolgograd

    Aus Tagesschau vom 30.12.2013

    Zwei Selbstmord-Anschläge, mindestens 31 Tote und Dutzende Verletzte. Das ist die Bilanz der letzten 24 Stunden in der süd-russischen Stadt Wolgograd. Die russischen Behörden erklären, dass beide Attentate aufs Konto der gleichen Drahtzieher gehen. Mit Einschätzungen von Russland-Korrespondent Christoph Wanner.