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International Staatenlose Kinder – unschuldig in einer miserablen Situation

Geboren ohne Staatsangehörigkeit: Die Gründe dafür sind verschieden, aber die Auswirkungen sind dieselben. Kinder ohne Pass erleben von klein auf, dass sie diskriminiert werden. Die UNO setzt sich dafür ein, dass sich das ändert.

Alle zehn Minuten wird nach Angaben der UNO ein staatenloses Kind geboren. Jährlich kämen weltweit mindestens 70'000 Kinder ohne Staatsangehörigkeit zur Welt, steht im jüngsten UNHCR-Bericht zur Staatenlosigkeit.

Volker Türk ist Mitarbeiter des UNO- Flüchtlingshilfswerkes UNHCR. Es gebe viele Gründe, warum ein Kind staatenlos sein könne, sagt er. «Syrische Kinder, die zum Beispiel auf der Flucht geboren werden, haben das Risiko der Staatenlosigkeit.» In Syrien können Kinder nur via ihren Vater die Staatsbürgerschaft erhalten. Im Bürgerkrieg wurden viele Väter getötet oder sind verschwunden. «Deshalb sind Geburtsurkunden ein grosses Problem», sagt Türk.

Ein Baby in einem Flüchtlingslager in Griechenland
Legende: Ein Baby in einem Flüchtlingslager in Griechenland. Symbolbild. Reuters

Diskriminiert von Anfang an

Auf die Entwicklung der Kinder habe die Staatenlosigkeit einen grossen Einfluss. «Kinder trifft es doppelt schwer, weil sie sehr früh in ihrer Sozialisation eine Diskriminierung erfahren.» Es gebe Schwierigkeiten, wenn sie zur Schule geschickt werden sollten ohne Staatsbürgerschaft, und es könne sein, dass die Gesundheitsversorgung teurer werde, da sie in manchen Staaten den Staatsbürgern vorbehalten bleibt.

Dass so viele Kinder pro Jahr staatenlos geboren werden, liege manchmal am politischen Willen der Behörden. Und: «Ganz besonders in ländlichen Gebieten, die oft sehr weit entfernt von Behörden sind oder bei ethnischen Gruppierungen im Dschungel, die mit dem Staat nicht viel zu tun haben.» Sie lassen sich nicht unbedingt registrieren.

Gesetzeslage anpassen

Das UNHCR fordert im Bericht, Gesetze abzuschaffen, die Menschen ohne Nationalität den Zugang zu staatlichen Leistungen verwehren. Die UNO hatte Ende 2014 das Ziel ausgegeben, das Problem der Staatenlosigkeit bis zum Jahr 2024 aus der Welt zu schaffen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Das UNHCR sollte in erster Linie Geld eintreiben vom grössten Kriegsverursacher unserer Tage- dann wäre all den armen Flüchtlingskindern gute Umgebung, Gesundheitsversorgung und Ausbildung garantiert. Andererseits wäre die Stuation wahrscheinlich auch einfacher, wenn Flüchtlinge Zugang zu Verhütungsmitteln bekämen. Durch Vergewaltugungen kommen viele der Mädchen und jungen Frauen, beispielsweise aus Eritrea, bereits schwanger an in Europa. NB haben in der CH alle Kinder Zugang zu Bildung.
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