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International Steht in Frankreich der Sieg des Front National bevor?

Rund zwei Monate sind seit den islamistischen Terroranschlägen in Paris vergangen. Laut Umfragen wollen viele Franzosen den rechtspopulistischen Front National nicht mehr verteufeln. Die Partei Marine Le Pens könnte bei den heutigen Departementswahlen bis zu 30 Prozent der Stimmen holen.

Legende: Video Sozialisten wollen den Front National stoppen abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2015.

Das politische Frankreich ist hypernervös. Dabei geht es eigentlich nur um Départements-Wahlen und viele Franzosen werden – wenn überhaupt – wohl eher lustlos an die Urnen gehen. Dennoch könnte das Ergebnis Frankreich erschüttern.

Marine Le Pen bei einer Rede.
Legende: Dem Front National von Marine Le Pen prognostizieren Umfragen bis zu 30 Prozent der Stimmen. Reuters

Denn zwei Jahre vor den Präsidentschaftswahlen liegt ein endgültiger Durchbruch des Rechtspopulismus in der Luft. Während den regierenden Sozialisten eine vernichtende Niederlage droht, hat der rechts-nationalistische Front National (FN) neben Nicolas Sarkozys UMP die besten Aussichten auf einen Wahlsieg. Staatspräsident François Hollande und sein Premierminister Manuel Valls riefen deshalb zur Mobilisierung der Wähler gegen die «rechte Welle» auf.

Laut Umfragen kann der Front National mit bis zu 30 Prozent der Stimmen rechnen. Damit läge er sogar knapp vor dem konservativen Bündnis UMP/UDI. Die Umfrageergebnisse lassen darauf schliessen, dass viele Franzosen die Partei von Marine Le Pen nicht mehr länger verteufeln wollen. Die Franzosen waren gefragt worden, wer denn «Leute wie du und ich» am besten verstehe. Der Front National schnitt eindeutig am besten ab.

Der Linken droht eine Schlappe

Während das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen FN und UMP in vielen Départements zu einer Stichwahl in einer Woche führen könnte, droht der Linken ein Debakel. Ein weiteres nach der schallenden Ohrfeige bei den Wahlen ins Europäische Parlament im vergangenen Jahr.

Die zerstrittene Linke könnte Dutzende der 61 Départements verlieren, die derzeit in ihrer Hand sind. Präsident Hollande und sein Premier Valls haben zwar schon angekündigt, dass auch ein schmachvolles Abschneiden bei den Départementswahlen in der Regierung wenig verändern wird. Valls hat aber «Angst um sein Land». Er befürchtet einen Erfolg des Front 2017 bei der absehbar erbarmungslosen Schlacht um den Präsidentenpalast.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    Habe mir soeben das Parteiprogramm des FN angeschaut. Ich lade alle ein, das auch zu tun. Aber wer liest schon Parteiprogramme... Ich bezweifle stark, dass sich damit (die Umsetzung der meisten Punkte ist eh nicht möglich) in Frankreich irgend etwas zum besseren wendet. Aber hey, ich bin Demokrat. Mal schauen, was passiert. Die Schuld haben eh immer die anderen, wenn's dann nicht klappt. Und Schuldzuweisungen standen in der Vergangenheit schon häufig am Anfang ganz übler Dinge.
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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    Der Erfolg der Schweiz liegt doch in der Konkordanz. Tragen wir doch Sorge dazu. Die Anderen (Parteien etc.) sind nicht Gegner sondern Partner mit meist berechtigten Ansprüchen, mit denen man Kompromisse aushandeln sollte, anstatt zu verunglimpfen. Seien wir froh, dass wir kein System von Regierung und Opposition haben. Und das muss organisch wachsen, in langer Zeit. Ebenso wie die Stimm- und Wahlrechte des einzelnen Bürgers. Unterm FN kommt's nicht besser, und wen wählen die Franzosen dann?!
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      In der Landesregierung sehe ich aber nichts von der Konkordanz...
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    2. Antwort von D. Becker, Gebenstorf
      Sie stimmen also meinem Votum zu, danke ;) Ihre Beispiels für mangelnde/fehlende Konkordanz im Bundesrat? Ich finde, das klappt ganz gut. Dass Fehler passieren, ist normal. Bestes Beispiel heute: Interview mit Fürst Adam in der Aarg. Zeitung am Sonntag. Er hat die "unkontrollierte", nicht tragbare Zuwanderung mit Bauernschläue abgewendet. Da haben BR und aber auch das Parlament versagt. Ich bin fest überzeugt, dass viele Parlamentarier das "einfache Volk" zu wenig spüren. Das hat Folgen.
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    3. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      1. stimmt das nicht B.Becker und 2. lenken Sie massiv vom Frankreich Thema ab. Bitte sachlich bleiben, danke.
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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    Fakt ist, dass Hollande Sarkozys Steuergeschenke an die Reichen nachfinanzieren muss durch Steuererhöhungen. Wer ist nun Schuld? Ein grosses Problem ist bei allen G8-Staaten aber auch das militärische Engagement im Ausland, das ausser Schulden und Blutvergiessen nichts bringt (ok, ein paar Waffen- und Rohstoffhändler werden dadurch noch reicher). Und nachhaltiges, faires Wirtschaften bekämpft Terrorismus besser (kolumbianische Bauern bauen wohl lieber fairen Kaffee und Bananen an als Kokain).
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