Steinmeier: «Solidarität darf sich nicht auf Europa beschränken»

Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien hat der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier die Golfstaaten aufgefordert, mehr zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms zu tun. Denn die Golfstaaten haben – im Unterschied zu Deutschland – bislang kaum Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier auf dem Flughafen von Riad, begleitet vom deutschen Botschafter in Saudi-Arabien.

Bildlegende: Frank-Walter Steinmeier bei der Ankunft in Saudi-Arabien: «Die Golfstaaten tragen eine grosse Verantwortung.» Keystone

Zum Auftakt seines Besuchs in Saudi-Arabien hat der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier in einem Interview mit der saudischen Tageszeitung «Aschark al-Ausat» den Golfstaaten ins Gewissen geredet.

Die Solidarität in der Flüchtlingskrise dürfte sich nicht auf Europa beschränken, sagte Steinmeier. «Auch die Staaten des Nahen Ostens tragen eine grosse Verantwortung bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms.»

Welche Staaten er konkret meint, sagte Steinmeier nicht. Die Golfstaaten standen immer wieder in der Kritik, weil sie bisher kaum Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen haben. Sie befürchten, durch die Einreise von vielen Flüchtlingen könnte die innere Stabilität gefährdet werden. In Deutschland hingegen kommen zahlreiche Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland an.

Steinmeier traf am Sonntagabend in der saudischen Hauptstadt Riad ein. Am Montag steht ein Gespräch mit König Salman auf dem Programm. Dabei dürfte der Bürgerkrieg in Syrien zur Sprache kommen. Saudi-Arabien ist die Schutzmacht der Sunniten. Zu dieser Konfession bekennt sich ein Grossteil der Aufständischen in Syrien.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Brigitte Kramer