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International Steuersünder füllen Frankreichs Staatskasse

Für Steuersünder in Frankreich wird die Luft immer dünner: Mit dem absehbaren automatischen Informationsaustausch droht ihnen die Entlarvung. Viele reuige Franzosen treten deshalb die Flucht nach vorn an und zeigen sich selber an.

Symbolbild: Bündel von Euro-Banknoten.
Legende: Milliarden an Schwarzgeld fliessen zurück nach Frankreich. Keystone

Der Kampf gegen die Steuerflucht verläuft in Frankreich erfolgreicher als erwartet. Premierminister Manuel Valls gab in der Nationalversammlung bekannt, dass im laufenden Jahr bereits 800 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen verbucht worden seien. All dieses Geld sei im Ausland versteckt gewesen.

Budgetierte Einnahmen weit übertroffen

Damit liegen die Zusatzeinnahmen bereits auf dem Niveau, die fürs ganze Jahr 2014 prognostiziert worden waren. Das Finanzministerium rechnet nun mit einer weiteren Milliarde Euro an Einnahmen aus Selbstanzeigen reuiger Steuersünder bis Ende Jahr.

«Das bislang in der Schweiz versteckte und nun zurück geflossene Geld dient dazu, die Steuerlast der Ärmsten zu senken», sagte Finanzminister Michel Sapin in einem TV-Interview. So sollen Haushalte mit sehr tiefem Einkommen künftig gar keine Einkommenssteuer mehr bezahlen.

Die Zeitung «Le Monde» spricht von einem «klugen Schachzug» kurz vor den Wahlen zum Europaparlament. Denn: Wer ist schon dagegen, dass Steuererleichterungen mit dem Geld von Steuersündern finanziert werden?

Finanzminister warnt Steuersünder

Damit die Staatskasse weiter klingelt, heizt Finanzminister Sapin den Steuersündern weiter gehörig ein: Schon in «ein paar Monaten» werde die Schweiz Daten über ausländische Bankkunden liefern, sagte er.

Dieser Zeitplan ist zwar grob übertrieben – es dürfte eher ein paar Jahre dauern, bis es so weit ist. Doch die französischen Steuersünder werden nach dieser Warnung wohl erst recht beim Fiskus Schlange stehen, um ihre Sünden zu beichten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von K.Keller, Schaffhausen
    So ein unsinn! Bei den Milliarden von Schulden, tilgt das nicht mal die Zinsen.
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  • Kommentar von Philipp Andres, 4914 Roggwil
    Genau sooooo... sollte man's in der Schweiz auch handhaben !!!! Wir würden noch staunen, wer in der Vergangenheit was alles, nicht versteuert hat....
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    1. Antwort von W. Pip, Züri
      Wir sollten vor allem mal über die Bücher, ob es sinnnvoll ist, die Heerscharen hier wohnhafter ausländischer Arbeitskräfte hier weiterhin der Quellensteuer zu unterwerfen, sodass sie hier unter dem Strich eigentlich nichts zum Schweizer Steuersubstrat beitragen... Ooops, darf man das überhaupt sagen oder ist das schon wieder "ausländerfeindlich"...?
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    2. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      PIP: "Gemäss QVO I (Verordnung über die Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmer vom 2. Februar 1994) sind folgende Personen für ihr Lohneinkommen, das sie bei einem schweizerischen Arbeitgebenden erzielen, sowie für ihr Ersatzeinkommen zufolge einer vorübergehend unterbrochenen bzw. eingeschränkten Erwerbstätigkeit quellensteuerpflichtig." Und wo fehlen Ihnen nun die Steuern?
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  • Kommentar von K.D:Waldeck, Bellinzona
    Eigenartig das es sich immer um in der Schweiz angelegtes Geld handeln soll. Ich denke die Franzosen haben ihre Gelder sicherlich auch noch woanders platziert. Die Schweiz tut wirklich gut daran einen Schritt nach dem Anderen zu machen und ganz klar NUR nach den VON ALLEN Playern am Finanzmarkt anerkannten OSZE-Regeln vorzugehen.
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