Steuersünder Hoeness darf früher aus dem Gefängnis

Der ehemalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeness wird Ende Februar vorzeitig aus der Haft entlassen – auf Bewährung. Hinter Gittern sitzt er, weil er 28.5 Millionen Euro am Fiskus vorbei geschleust hatte.

Bild von Uli Hoenss

Bildlegende: Das Gericht sagt, Hoeness habe den Schaden durch Zahlungen von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht. Keystone

Der ehemalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeness wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Die restliche Strafe wird am 29. Februar 2016 ausgesetzt. Das teilt das Landgericht Augsburg mit.

Hoeness hatte im November einen Antrag auf sogenannte Halbstrafe gestellt. Das Gericht hat nun eine Bewährungszeit von drei Jahren festgesetzt. Einzige Auflage dabei: Hoeness muss etwaige Wohnungswechsel den Behörden mitteilen. Zudem habe Hoeness «den Schaden durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht», so das Gericht.

Nur zum Schlafen hinter Gitter

Hoeness war wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seine Strafe am 2. Juni 2014 angetreten.

Nach den ersten Monaten im geschlossenen Vollzug arbeitet Hoeness seit rund einem Jahr tagsüber in der Jugendabteilung des deutschen Fussball-Rekordmeisters in München. Seit Anfang Jahr muss er nur noch zum Schlafen hinter Gitter. An den Wochenenden darf er bei seiner Familie sein.

Mit Hilfe von Schweizer Millionen verschoben?

In die Affäre Hoeness war auch ein Schweizer Banker verwickelt. Er wird der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt. Der Schweizer war jahrelanger Vertrauter des ehemaligen FC-Bayern-Präsidenten. Für den Fussballmanager konstruierte er ein komplexes Devisenhandelsschema. Mit diesem bewegte Hoeness Millionen.