Strassenschlachten zwischen Demonstranten und Polizisten in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt haben Demonstranten das Parlamentsgebäude attackiert. Dabei ist es zu Strassenschlachten mit der Polizei gekommen. Warum demonstriert wurde, blieb zunächst unklar.

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Zusammenstösse zw. Demonstranten und Polizisten (unkommentiert)

0:56 min, vom 14.10.2014

Mehrere tausend Demonstranten haben sich vor dem Parlament in Kiew eine Strassenschlacht mit der Polizei geliefert. Die zum Teil vermummten Demonstranten zogen vor das Hauptportal des ukrainischen Parlaments. Danach bewarfen sie das Gebäude und die Polizisten mit Steinen und Rauchbomben, einige schossen zudem mit Luftgewehren. Die meisten Fenster im ersten Stock gingen dabei zu Bruch, wie ein Reuters-Fotograf berichtete.

Die Forderungen der Demonstranten blieben zunächst unklar. Die nationalistische Partei Swoboda wie auch der rechtsextreme Rechte Sektor bestritten jede Beteiligung.

Neues Anti-Korruptions-Gesetz

Im Parlament hatten die Abgeordneten den neuen Verteidigungsminister Stepan Poltorak bestätigt und Anti-Korruptions-Gesetze verabschiedet. Sie beschlossen die Einrichtung eines Antikorruptionsbüros sowie eine Reform der Generalstaatsanwaltschaft. Diese war von der Europäischen Union zur Bedingung für ein Partnerschaftsabkommen gemacht worden.

Wegen der Krawalle vor dem Gebäude wurde die Parlamentssitzung unterbrochen. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sprach von einer Provokation mit dem Ziel der Destabilisierung des Landes.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Keine Ruhe in Donezk

    Aus Tagesschau vom 11.10.2014

    Der Waffenstillstand im Osten der Ukraine ist nach wie vor instabil. Zwar ist er seit Anfang September in Kraft, dennoch kommen täglich zehn Menschen ums Leben.