Streik an Rios Flughäfen bisher folgenlos

Eine kleinere Gewerkschaft hat das Bodenpersonal zum Streik an den beiden Flughäfen in Rio de Janeiro aufgerufen. Bisher hielten sich die Auswirkungen des Ausstandes jedoch in Grenzen.

Video «Streiks vor dem Anpfiff» abspielen

Streiks vor dem Anpfiff

1:12 min, aus Tagesschau am Mittag vom 12.6.2014

Ausgerufen wurde der 24-stündige Ausstand von der Gewerkschaft SIMARJ, die damit gegen die seit Monaten festgefahrenen Tarifverhandlungen protestiert. Der Streik blieb nach örtlichen Medienberichten in den ersten Stunden ohne grössere Auswirkungen. Eröffnet wird die WM am Abend in São Paulo.

Menschen auf dem Flughafen in Rio.

Bildlegende: Fast ganz normaler Betrieb auf den Flughäfen in Rio. Reuters

Forderung nach mehr Lohn

An Rios internationalem Flughafen Galeão sei es weder zu langen Schlangen noch grösseren Wartezeiten gekommen, meldete der Sender «O Globo». Auch die Mitarbeiter der Flughäfen Santos Dumont und Jacarepaguá wurden zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Nach einem Urteil eines Arbeitsgerichts werden sich aber nur rund 20 Prozent der Beschäftigten an dem Protest beteiligen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Sie fordert unter anderem bis zu 12 Prozent mehr Lohn, kürzere Arbeitszeiten und einen Zuschlag für die Mehrarbeit während der WM. In dieser Zeit würden etwa 20'000 zusätzliche Flüge erwartet, 2000 davon in Rio, wo am 13. Juli das WM-Finale stattfindet.

Brasiliens Luftfahrtbehörde Anac teilte mit, sie beobachte die Situation und prüfe mögliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Bei den Fluggesellschaften lägen Notfallpläne bereit.

Kein Pardon für Chaoten

Rousseff machte vor dem Start der Fussball-WM klar, dass die Sicherheitskräfte keine Toleranz im Falle möglicher Krawalle zeigen werden. «Wir sind ein demokratisches Land, und wir respektieren das Recht der Menschen zu demonstrieren», sagte sie. Doch es werde nicht die «geringste Rücksichtnahme» gegenüber Randalierern geben. Die Regierung werde auch «die Sicherheit aller Touristen garantieren».

Für Donnerstag wurden nach örtlichen Medienberichten in São Paulo vereinzelt Protestaktionen angekündigt. Am Nachmittag wird in der Millionenmetropole die WM mit einer 25-minütigen Show in der Corinthians-Arena eröffnet. Anschliessend findet die Auftaktpartie Brasilien-Kroatien statt. Zu dem Spiel wird auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet.

Streik in São Paulo abgewendet

In São Paulo konnte derweil ein neuer Streik der U-Bahn-Beschäftigten abgewendet werden. Die Gewerkschaft beschloss am Mittwochabend (Ortszeit), den Ausstand nicht fortzusetzen. Sie wird aller Voraussicht nach das Angebot für eine Lohnerhöhung von 8,7 Prozent annehmen. Die Gewerkschaft hatte zuletzt noch die Rücknahme von rund 40 Kündigungen verlangt, die im Laufe des Streiks ergangen waren. Dies lehnten die Arbeitgeber aber ab.

Vergangene Woche hatte ein mehrtägiger Streik der U-Bahn-Angestellten zu einem Verkehrschaos in der Elf-Millionen-Metropole geführt. Über die Hälfte der 65 Metro-Stationen blieben zeitweise geschlossen. Gouverneur Geraldo Alckmin hatte die Gewerkschaft eindringlich gewarnt, den Streik am WM-Eröffnungstag wieder aufzunehmen.