Streit im italienischen Parlament

In Rom kam es zu einem Tumult im Parlament, nachdem sich Politiker gegenseitig als Hanswürste betitelt haben.

Der Prozess gegen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi scheidet die Geister. Auch im italienischen Parlament. Abgeordnete der Berlusconi-Partei «Volk der Freiheit» (PdL) verlangten aufgrund des umstrittenen Falles eine Unterbrechung der Sitzung. Den Parlamentariern der Protestbewegung «Fünf Sterne» passte dies gar nicht, worauf sie die PdL-Mitglieder als Hanswürste bezeichneten. Es kam zu einem Tumult – die Sitzung wurde unterbrochen.

Das Parlament in Rom von oben herab fotografiert.

Bildlegende: Normalerweise geht es gesittet zu im römischen Parlament. Keystone

Im Mediaset-Prozess ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft gegen Ex-Premierminister Berlusconi. Ihm droht die erste rechtskräftige Verurteilung. Berlusconi wurde bereits im Mai in zweiter Instanz des Steuerbetrugs und der Bilanzfälschung für schuldig befunden. Nach einem Beschluss des zuständigen Kassationsgerichts geht der Fall am 30. Juli – schneller voran als erwartet – in die dritte Instanz.

Berlusconi Anhänger sehen darin den Versuch den 76-Jährigen Ex-Premierminister noch vor einer möglichen Verjährung der ihm vorgeworfenen Straftaten politisch kaltzustellen.