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International Südafrikas Platin-Mineure im Dauerstreik

Seit Monaten streiken 70'000 Arbeiter in den südafrikanischen Platin-Minen für mehr Lohn. Inzwischen ist die weltweite Produktion um 40 Prozent eingebrochen, es gibt Nachschubsorgen. Vor allem die Auto-Industrie ist auf das Edelmetall angewiesen. Doch die Fronten im Arbeitskonflikt sind verhärtet.

Legende: Video Edelmetall bleibt knapp abspielen. Laufzeit 2:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.06.2014.

Der Platin-Export gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen Südafrikas. Nirgendwo auf der Welt liegt unter Tage soviel Platin wie im Nordwesten des Landes, im so genannten Platingürtel.

Die Mineure, die es jahrelang für rund 500 Franken im Monat abgebaut haben, sind in diesen Tagen entlang der Strassen zu finden. Sie streiken – seit fünf Monaten. Seither leben sie von der Hand in den Mund. «Meine Verwandten geben mir manchmal 30 Franken», sagt der Mineur Makho Sandile. «Damit kaufe ich dann Lebensmittel. Wir helfen uns hier alle gegenseitig.» Letztlich, so sagt Sandile, würden sie ohnehin wie Affen behandelt. «Wir arbeiten unter harten Bedingungen, doch verdienen tun wir kaum etwas.»

80 Franken mehr

Die meisten Arbeiter werden von der Gewerkschaft AMCU vertreten. Diese fordert einen Basislohn von rund 1100 Franken. Die Minenbetreiber sind bis anhin nicht darauf eingegangen. «Auf dem Tisch liegt ein Angebot von lediglich 80 Franken mehr», sagt Johannes Moholojo, der Regionalsekretär der Gewerkschaft. «Das ist sehr wenig. Wir arbeiten unter sehr schwierigen Bedingungen in den Stollen, darum glauben wir, dass uns mehr zusteht. Ein Basislohn, der ein anständiges Leben ermöglicht.»
Noch sind die mit platinhaltigem Gestein gefüllten Züge hin und wieder zu sehen. Die Minenbetreiber konnten mit angehäuften Reserven einen Preisanstieg hinauszögern. Doch die südafrikanische Handelskammer ist besorgt. Das Image des Landes als zuverlässiger Handelspartner steht auf dem Spiel. «Diese Reserven neigen sich zu Ende», sagt Neren Rau, der Chef der südafikanischen Handelskammer. «Die Arbeiter müssen wirklich wieder anfangen, die Vorräte aufzufüllen. Die grösste Sorge in unserem Land ist unser Ruf und die Erfüllung unserer Verträge.»
Ob sich der Streik gelohnt hat, ist fraglich. Akzeptieren die Arbeiter das neueste Angebot, haben sie wenig gewonnen. Streiken sie weiter, besteht die Gefahr, dass viele von ihnen entlassen werden.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Der Herr/Frau Seemann sei in SA aufgewachsen.. nun, seit die ANC das Sagen hat, hat sich auch viel veraendert.. sehr zum Positiven der Bevoelkerung.. Natuerlich ist nicht alles Paletti, aber so wie hier schlechtgeredet wird ist es einfach nicht fair! Und wegen Schuften.. soo streng ist der Job nicht mehr.. alles maschinel.. fast alles.. Uebrigens, selbst meine Angestellten und meine Partnerin (alles Schwarze!!!) haben den Kopf geschuettelt ueber Eure Blogs und meinten: die haben keine Ahnung!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./So,so,Ihre Partnerin und Ihre Angestellten.Weil diese bei Ihnen im Sold stehen?Oder dürfen diese sich getrauen,eine eigene Meinung zu haben,ohne dass sie gleich"gefeuert"werden(Arbeitsverträge??)?Weil ohnehin schon zehn Andere,jüngere bereitstehen(deshalb die gewünschten hohen Geburtenraten)?Eine Frage an Sie(ohne indiskret sein zu wollen),was war Ihre Motivation nach SA auszuwandern?Nur das Klima?
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Herr Kaeser, meine Angestellten haben eine eigene Meinung.. und SA Arbeiter.. die sind RAR!!! Und Vertraege haben alle! Und das Arbeitsamt macht regelmaessig unangemeldet Kontrollen.. wir haben auch Mindestloehne.. Mensch, wir sind MODERN und nicht "hinter dem Mond" ausserdem, mein Vormann ist seit fats 20 Jahren bei mir.. hat als Schueler seine Schuhe und Schuluniform bei mir verdient.. wir sind Freunde geworden! Mein Partnerin hat 2 Masters und studiert noch Recht dazu.. na ...
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Noch eine Frage an Kaeser:... wie viele Schweizer verdienen 6000sfr pro Monat....?
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    1. Antwort von heni seemann, berg
      @franz nanni... ihre rechnung geht meiner meinung nach nicht auf... wenn die "miners" umgerechnet 6000fr (kaufkraft) verdienen warum wohnen sie denn unfreiwillig in "schacks" oder in "hostels" weit entfernnt von ihre familien...? so wohnen wir nicht mal in die teuren schweiz...
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./Das müssen Sie bei den Steuerämter anfragen.Weiss ich nicht.Seit der PFZ sind es vermutlich immer mehr die weniger haben und Wenige die ein Vielfaches davon"einstecken".Wie überall auf der Welt.Mit ein Grund,wieso ich die 1:12-Initiative der JUSO gut fand.Hätte wesentlich,zum Erhalt einer"gesunden Kaufkraft"(gerechter)beigetragen.So wie das in der Schweiz ehedem der Fall war.Das Geld hätte die Wirtschaft mehr belebt.Jetzt verteilt es sich im Luxus-Segment und in Infrastrukturprojekten.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    500 sfr scheint wenig... das sind aber grob umgerechnet 6000 Rand.. entspricht hier in SA der Kaufkraft von rund 5000 - 6000 sfr in der Schweiz. Das Kg Rindfleisch von der Huft kostet hier 5sfr.. das Rindsfillet 12-13 sfr... 2Liter Coke 80Rappen .. 800 Brot 60 Rappen.. Unterkunft ist iR seber gebauter shack.. also nur Strom .. Steuern keine.. ex VAT.. Gratis Gesundheitswesen.. und und und.. also nicht schimpfen (Waeden/Seemann), sondern erst abklaeren...
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./Wollen Sie damit sagen,dass diese Mineure geldgierige,nimmersatte,faule"Säcke"sind,die lieber nicht arbeiten würden?Genau wie die Eigner der Minen?Fantasieren diese Mineure bloss irgendwas vor sich hin?Gerade mal 70'000 Leute?Und ist das Leben in Pappkarton und Wellblech-Schachteln angenehm?Ist dies auch Ihr Wohn-Umfeld?
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      @ A. Kaeser.. Ich habe nichts behauptet was Sie mir unterstellen! Und diese Shaks sind normalerweise aus solidem Material,(Cementsteine) einfach aber OK.. oder die Mineure wohnen in Hostels.. auch einfach, aber absolut iO. Ohne Isolation.. (habe ich auch nicht!!!) und mit Wellblechdach.. (habe ich auch!!!) Na und faule Saecke sind sie nicht, sie wollen einfach mehr.. Kommen Sie runter bevor Sie meckern.. und sehen Sie es sich selber an!
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    3. Antwort von heni seemann, berg
      @ franz nanni... ich bin in südafrika aufgewachsen, habe schon eine ahnung wovon ich schreiben... @ A.Käser, Zürich & @ E. Waeden, Kt. Zürich... sie bringen es auf den punkt!
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