Südkorea lässt Mega-Armee Schaulaufen

11'000 Soldaten, 120 Flugzeuge und eine jubelnde Menge: Südkorea präsentierte zum Jahrestag der Gründung der Streitkräfte vor 65 Jahren seine Armee. Gleichzeitig versuchte das Land, seinen Feind Nordkorea einzuschüchtern.

Es war eine Militärparade der Superlative, die Südkorea der Welt geboten hat. Die grösste Parade seit einem Jahrzehnt fand anlässlich des 65. Jahrestags der Gründung der Streitkräfte statt. Schauplatz war ein Luftwaffenstützpunkt in Seoul. Rund 11'000 Soldaten und 120 Flugzeuge nahmen teil. Zudem wurde erstmals der selbst entwickelte Marschflugkörper Hyeonmu 3 vorgestellt.

«Sehr ernste» Bedrohung

Anschliessend zog der Marsch weiter in die Innenstadt von Seoul. Tausende Soldaten, Panzer, Artillerie und Raketenwerfer zogen die 1,4 Kilometer lange Strecke vom früheren südlichen Stadttor zum Gyeongbok Palast Eigentlich sind derartige Militärparaden eine Spezialität Pjöngjangs, das damit regelmässig Stärke demonstriert.

Der Anlass hatte neben den Feierlichkeiten einen politisch-strategischen Hintergrund: So warnte Präsidentin Park Geun Hye vor einer «sehr ernsten» Bedrohung durch das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. «Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist sehr ernst», sagte Park.

Aufgrund der fortschreitenden Aufrüstung Nordkoreas müsse ihr Land auch auf Abschreckung setzen, sagte Park. Sie verwies auf die Entwicklung eines hochentwickelten Raketenabwehrsystems, mit dem ein nordkoreanischer Angriff abgewehrt werden könnte.

US-Verteidigungsminister als Ehrengast

Ehrengast der Militärparade war US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Mit seinem Besuch in Südkorea will er die Zustimmung der USA Militärbündnis mit Seoul unterstreichen. Am Mittwoch ist ein Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Kwan Jin geplant. In Südkorea sind derzeit 28'500 US-Soldaten stationiert. Am Donnerstag soll der US-Flugzeugträger «George Washington» mit einem Kreuzer und einem Zerstörer eintreffen, um an einem Marinemanöver teilzunehmen.


Formeller Kriegszustand

Südkorea und das kommunistische Nordkorea befinden sich formell im Kriegszustand: Seit dem Koreakrieg (1950-53) besteht nur ein Waffenstillstand, kein Friedensvertrag.
Nach dem dritten Atomwaffentest Nordkoreas im Februar verhärteten sich die Fronten abermals. Pjöngjang drohte wiederholt mit einem Präventivangriff.