Super-Taifun «Meranti» wütet in Taiwan

Flüge gestrichen, Schulen geschlossen, das Stromnetz weitflächig ausgefallen: Mit heftigen Windböen und Regenfällen hat der Taifun «Meranti» im Süden Taiwans am Mittwoch das öffentliche Leben lahmgelegt.

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Taifun «Meranti» wütet in Taiwan

1:15 min, vom 14.9.2016

In mindestens 270'000 Haushalten fiel der Strom aus, als der Sturm der höchsten Kategorie knapp an der Südspitze der asiatischen Inselrepublik entlangzog. Die Schulen im Süden des Landes blieben geschlossen, auch der Zugverkehr wurde teilweise eingestellt. Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden berichten.

«Meranti» liess Strassenschilder und Bäume umknicken. Mindestens neun Menschen wurden verletzt. Etliche Fährverbindungen zu kleineren Inseln und zum chinesischen Festland wurden gestrichen. Die Bewohner einer Hafenstadt im Bezirk Taitung mussten am Mittwochmorgen feststellen, dass ihr Leuchtturm fortgerissen und ins Meer gespült worden war.

Grösster Taifun des Jahres

Die 23 Millionen Taiwaner sind taifun-erprobt, weil die Insel regelmässig von Wirbelstürmen heimgesucht wird. Dennoch waren die Behörden vor dem Eintreffen von «Meranti» besonders alarmiert.

Laut Wetterexperten handelte es sich nicht nur um den weltweit grössten Taifun des Jahres, sondern den heftigsten Sturm, der sich Taiwan seit 1959 genähert habe. Die Inselrepublik sei noch bis zum frühen Donnerstagmorgen betroffen, bevor der Sturm weiter auf das chinesische Festland ziehe.

In China warnen Behörden seit Tagen vor dem heranrückenden Taifun. Bei zahlreichen Unwettern sind in diesem Sommer in der Volksrepublik durch Überschwemmungen und Erdrutsche bereits Hunderte Menschen ums Leben gekommen.