Syrien: Assad tauscht Geiseln gegen Gefangene

2130 zivile Häftlinge sollen auf freien Fuss kommen. Im Austausch mit 48 von den Rebellen im August gefangen genommenen Iranern. Das Regime selbst hält sich in der Sache bedeckt.

Gefangener schaut durch die Gitterstäbe eines Gefangenenfahrzeugs.

Bildlegende: Zumindest einem Teil der vom syrischen Regime Inhaftierten könnte Assads Deal bald zur Freiheit verhelfen. Reuters

Der Austausch von 2130 syrischen Oppositionellen gegen 48 mutmassliche iranische Agenten ist nach Angaben der türkischen Hilfsorganisation IHH von der Türkei und Katar vermittelt worden.

Die IHH erklärte, die meisten Häftlinge, die freigelassen werden sollten, seien Syrer. Unter ihnen seien aber auch einige Türken sowie andere Ausländer. Eine Bestätigung der syrischen Regierung gab es nicht.

Spione oder Pilger?

Weniger Einigkeit herrscht über den Hintergrund der Iraner. Die Rebellentruppe Al-Baraa hatte diese im August 2012 gefangengenommen und ursprünglich ihre Hinrichtung angekündigt. Nach Darstellung der Rebellen sind die Iraner Angehörige der Revolutionsgarde, die zur Unterstützung Assads in das Land geschickt worden waren.

Aus Sicht der Iraner handelt es sich bei den in Geiselhaft gehaltenen Landsleuten demgegenüber um harmlose Pilger, die schiitische Heiligtümer besuchen wollten.

Teheran gelangte seinerzeit im August an die Schweizer Botschaft in ihrer Funktion als Vertreterin der USA. Der Iran deponierte eine indirekte Anschuldigung, wonach die USA aufgrund ihres Engagements für die Rebellen die Geislnahme zu verantworten hätten.

Gipfeltreffen

Russland und die USA wollen einem Medienbericht zufolge am Freitag in Genf mit dem internationalen Gesandten Lakhdar Brahimi neue Gespräche über den Syrien-Konflikt führen. Die Nachrichtenagentur Interfax berief sich auf den russischen Vize-Aussenminister Michail Bogdanow.